Farbe von März bis November am Straßenrand

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Auch in der Haller Straße entwickeln sich die Pflanzen am Straßenrand trotz der harten Bedingungen dort.

Das sogenannte Straßenbegleitgrün trotzt den Herausforderungen am Standort.

Ellwangen.Als kleine Verweise auf die Landesgartenschau 2026 wurden in Ellwangen Verkehrsinseln neu bepflanzt: Im Mai 2020 im Sebastiansgraben und im April 2021 in der Haller Straße an der Kreuzung mit der Rotenbacher Straße. Die Beete des sogenannten „Straßenbegleitgrüns“ mit verschieden Staudenmischungen entwickeln sich gut, sagt LGS-Planer und Landschaftsarchitekt Stephan Brendle.

Noch bis Anfang November bieten sie ein Farbenspiel aus grün und rot leuchtender Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana ssp. niciciana) und blau blühenden Astern (Aster ageratoides und A. sedifolius ‚Nana‘). Natürlich wird der erste Schnee auch dieses Grün in den Winterschlaf schicken, aber schon im März sollen ersten Zwiebelpflanzen wie lila Krokusse (Crocus etruscus ‚Zwanenburg‘ und C. vernus ‚Flower Record‘) und Wildtulpen (Tulipa praestans ‚Füsilier‘) neu aufblühen.

„Wir pflanzen bewusst Mischungen aus Früh- und Spätblühern, um möglichst lange im Jahr Farbakzente zu setzen“, sagt Brendle. Dabei müssen die Pflanzungen äußerst robust sein. Denn gerade an stark befahrenen Verkehrswegen ist die Schadstoffbelastung durch die Abgase hoch und inmitten der asphaltierten Fahrbahnen herrschen heißere Bedingungen. Hinzu kommt, dass im Winter durch das Streuen der Salzeintrag extrem hoch ist.

Der Vorwurf, dass die Beete mit Schotter abgedeckt wurden und deshalb vor allem in der frühen Phase nach der Neubepflanzung oft den vielzitierten – und in Baden-Württemberg verbotenen – Schottergärten gleichkämen, ärgert den Fachmann: „Das ist kein Vergleich zu den Steinwüsten in manchen Gärten, weil bei uns der Fokus auf dem Lebensraum für die Pflanze liegt.“ Die Stauden aus dem Spektrum der Steppenpflanzen brauchen vielmehr den heißen Effekt des Steinschotters, der wasserdurchlässig ist und der nur eine Deckschicht über dem Mutterboden bildet.

So angelegt kann an diesen eher unwirtlichen Flecken die Biodiversität sogar gesteigert werden, können Insekten dort ihre passenden Lebensräume finden. Natürlich sei an diesen Stellen auch ein geringer Pflegebedarf von Vorteil, sagt Brendle. Aber nach ein, zwei Jahren Anwachsphase begeistere ihn auch die Entwicklung der Stauden, die die kargen Verkehrsräume bunt beleben und mit ihrem Grün das umgebende Grau überlagern. „Das werden richtige Hingucker für Vorbeifahrende“, sagt Brendle.

Sebastiansgraben Begrünung Landesgartenschau Ellwangen
Sebastiansgraben Begrünung Landesgartenschau Ellwangen

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