Feuerprobe im Virngrundtunnel

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Vor seiner vollständigen Öffnung musste der Tunnel einen Sicherheitstest bestehen. Regierungspräsident Wolfgang Reimer nahm das zum Anlass, die Baustelle zu besuchen.

Ellwangen

Verlassen Sie den Tunnel, es herrscht Lebensgefahr" – diese Worte aus Lautsprechern zu hören, verspricht im Normalfall nichts Gutes. In diesem Fall heißt es aber: Der Virngrundtunnel hat den Brandschutztest bestanden. Den Termin, kurz vor der Beendigung des Projekts, hat auch Regierungspräsident Wolfgang Reimer zum Anlass genommen, die Großbaustelle zu besuchen.

"Das Verkehrsaufkommen wird immer größer, täglich fahren hier rund 40 000 Autos durch", sagt Reimer. "Es gab in den Tunneln vorher viele Unfälle." Auch neue EU-Mindestanforderungen haben die Sanierung notwendig gemacht.

Für einige Bewohner der umliegenden Gemeinden waren die vergangenen Monate, in denen die vielen Autobahnfahrer Ausweichstrecken suchten, nervenaufreibend – das sieht auch der Regierungspräsident. "Das Umland hat es während den Bauarbeiten hart getroffen. Ein großes Danke an die Bürger für ihr Verständnis." Umso mehr freue er sich, dass das Projekt nun, sechs Wochen früher als geplant, beendet werden kann.

Neben der Erneuerung der Tunnelinnenschale und der Betriebstechnik ist zudem die Fahrbahndecke erneuert worden. "Die hätte man kurz- oder mittelfristig ohnehin sanieren müssen", erläutert Projektleiter Marc Rühle. "Jetzt haben wir hoffentlich die nächsten 30 Jahre wieder Ruhe", sagt Reimer.

Gearbeitet wurde auf der Baustelle rund um die Uhr, wie Baureferatsleiter Heiko Engelhard sagt: "Es gab aber auch Tage, an denen man warten musste, weil etwas trocknete." Zudem seien etwa 20 Gewerke an dem Bau beteiligt gewesen. "Da muste man schauen, dass sich niemand in die Quere kommt."

Vom Betriebsgebäude an der Oströhre des Tunnels geht es in die Weströhre – dort wird die Branderkennungsanlage getestet. Durchgeführt wird der Test von dem Aachener Institut für Industrieaerodynamik. "Aus einer Fahrzeugattrappe schlagen Flammen, Ventilatoren simulieren den Verkehr", sagt Wilfried Mertens, Abteilungsleiter für Smokemanagement. Mithilfe einer Nebelanlage sollen zudem Luftströme visualisiert werden.

Jetzt haben wir hoffentlich die nächsten 30 Jahre Ruhe.

Wolfgang Reimer Regierungspräsident

Dabei misst ein sogenanntes Brandmeldekabel die Temperatur im Tunnel, ab einem bestimmten Anstieg wird die Anlage ausgelöst. "Das darf nicht länger als eine Minute dauern", erläutert Mertens. Wenn die Branderkennungsanlage Alarm schlägt, werden Schutzmaßnahmen, wie etwa Lautsprecherdurchsagen und die Schließung der Schranken vor dem Tunneleingang, ausgelöst.

Feuer, Nebel, Lärm

Nachdem die Fahrzeugattrappe anfänglich nur ein wenig brennt, wird es plötzlich laut – die Ventilatoren und Gashähne werden aufgedreht. Kurz darauf steht das Auto voll in Flammen, der Tunnel füllt sich mit Nebel. Schließlich ertönt unüberhörbar eine Durchsage, die in mehreren Sprachen dazu auffordert, den Tunnel umgehend zu verlassen.

Etwa zehn Minuten dauert der Test – die Gashähne werden abgedreht, der Nebel zieht aus dem Tunnel. Nun ist zu sehen, dass auch die Tunnelsperranlage funktioniert. "Von unserer Seite aus gibt es nichts einzuwenden", sagt Mertens. So können beide Röhren des Virngrundtunnels – nach einer letzten Vollsperrung am Wochenende – voraussichtlich ab der kommenden Woche wieder befahren werden.

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