Freiheits- und Bewährungsstrafe für aggressives Trio

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Symbolbild

Drei Männer müssen sich wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruch verantworten.

Ellwangen. Wegen Hausfriedensbruch und vorsätzlicher Körperverletzung mussten sich vor dem Amtsgericht Ellwangen drei Männer zwischen 23 und 30 Jahren verantworten. Am Ende verhängte Richter Norbert Strecker für R. eine zweijährige Freiheitsstrafe ohne Bewährung, für D. ein Jahr und drei Monate auf Bewährung sowie für B. zwei Jahre und neun Monate.

Laut Anklage verschafften sie sich im April 2020 Zutritt in ein Haus in Neuler. Der Hausbesitzer wurde dabei geschlagen, so dass er eine Rippenfraktur davontrug. Anschließend leisteten sie den Anordnungen und der Verhaftung durch die Polizei Widerstand und beleidigten und schlugen die Beamten. Die angeklagten drei Männer wohnen in diversen Gemeinden in Bayern und sind einschlägig vorbestraft.

Die Angeklagten berichteten, dass sie an diesem Morgen nach dem Konsum von Alkohol sich auf den Weg zu einem gemeinsamen Bekannten machten. Dieser habe Unwahrheiten über sie verbreitet und sie wollten ihn zur Rede stellen. Einer der Tatverdächtigen telefonierte mit dem Bekannten K., der sich in Neuler aufhielt.

Das Trio klingelte zunächst bei der falschen Familie. Die Nachbarn sagte aus, dass sich das Trio etwas misslaunig benommen habe und alkoholisiert zu sein schienen. Doch ließen sie sich schnell abweisen. Als es dann am gegenüberliegenden Haus laut wurde, habe sie die Polizei gerufen.

Die Angeklagten führen dazu aus, dass auf ihr Klingeln am Nachbarhaus nicht geöffnet wurde, weshalb Angeklagter B. mit dem Fuß die Tür eintrat. „Ich bin nicht davon ausgegangen, dass es sich nur auf Reden beschränkte“, sagte er in seiner Aussage.

Die Drei betraten, laut Anklage, das Haus, wo ihnen Hausbesitzer M. entgegenkam. B. sei sofort auf ihn losgegangen und habe ihn in einen Klammergriff genommen. Tatverdächtiger R. ging zum Bekannten K., um mit ihm zu sprechen. Dieser wirkte nach Aussage von R. „überdreht“, so habe er ihm eine Ohrfeige verpasst. Als die Polizei eintraf, wollten die Angreifer, so die Anklage, über die Terrasse fliehen. Dort habe bereits Polizei gewartet. Die Ordnungshüter signalisierten dem Trio sich auf eine Gartenmauer zu setzen. Als einer von ihnen sich eine Zigarette anzünden wollte, eskalierte die Situation.

Der Bekannte K., der unter Polizeischutz in den Saal gebracht wurde, sagte aus, er sei mehrmals von allen drei geschlagen worden und habe erhebliche Prellungen im Gesicht gehabt. Dies aber widerlegten Lichtbilder. Nach seiner Aussage forderte das Trio 500 Euro. Zudem sagte K., alle drei hätten auch auf den Hausbesitzer M., der Vater seiner Freundin, eingeschlagen.

Der Hausbesitzer, der als Zeuge aufgerufen wurde, sagte aus, von R. mehrmals in die Rippen getreten worden zu sein.

Die Verlobte von R., die das Trio zum Tatort gefahren hatte, bestätigte, dass die Drei ursprünglich das Gespräch gesucht hätten, die Situation aber eskaliert sei. Richter Norbert Strecker wies die Verlobte auf ihr Aussageverweigerungsrecht hin. Als sie weitererzählte, ebenfalls ins Haus gegangen zu sein, wurde die Verhandlung unterbrochen, damit der Rechtsanwalt von R. sie über ihr Recht aufklären konnte. Trotzdem sprach sie weiter und Richter Strecker sah den Tatbestand des Hausfriedensbruchs als erwiesen an.

Die Bewährungshelferin von R. beschrieb ihren Mandanten als verwandelt. Er wolle sein Leben in Ordnung bringen und habe ein Ziel. Seine Familie und die Arbeit als Schichtführer bei einer Nördlinger Firma wirkten sich sehr positiv aus.

Die Staatsanwaltschaft fordert für Angeklagten B. wegen seines Vorstrafenregisters und anzurechnender Strafen eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten; für D. ein Jahr und drei Monate auf Bewährung und für R. ein Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung.

Rechtsanwalt Manuel Zocoll forderte für seinen Mandanten R. die Freiheitsstrafe auf Bewährung, Rechtsanwalt Timo Fuchs für D. eine Bewährungsstrafe und Rechtsanwalt Hartmut Zobel bat für B. um ein mildes Urteil.

Die Angeklagten entschuldigten sich vor Gericht bei K. und den Polizisten.mj

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