Nachruf

Zum Tode von Fritz Thomas

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Fritz Thomas

Am Dienstag starb mit fast 97 Jahren der Einzelhändler Friedrich Thomas, den alle nur Fritz nannten.

Ellwangen

Bei „Radio Thomas“ in der Marienstraße 6 haben viele Ellwanger ihre erstes TV-Gerät oder die erste Schallplatte gekauft. Dabei hatte der Vater noch lange Zeit die Buchbinderei der Großmutter weitergeführt und mit Fotobedarf gehandelt. Fritz Thomas musste die Ausbildung im elterlichen Betrieb unterbrechen, als er 1942 in die Wehrmacht eingezogen wurde.

In der Ukraine erlitt er einen Lungensteckschuss, später noch eine Gesichtsverletzung. Bei Kriegsende geriet er in britische Gefangenschaft. Als er im September 1945 nach Ellwangen zurückkam, beendete er die Ausbildung zum Radiotechniker bei der UJAG und machte 1952 mit der Meisterschule auch den Fernsehtechniker. 1973 übernahm Fritz Thomas mit der Schwester das Geschäft in der Marienstraße vom Vater, das er bis 1991 betrieb. Mit seiner Frau Gretel hatte er drei Kinder. Als der zweite Sohn bereits mit 10 Jahren an einer schweren Erkrankung starb, war das ein schwerer Schicksalsschlag.

Fritz Thomas war begeisterter Turner, schon mit sechs Jahren trat er in den TSV Ellwangen ein und war 91 Jahre Mitglied. Zunächst war er Leichtathlet, nach 1945 Handballspieler und später Jugendtrainer. Der Turnverein war für ihn wie eine zweite Familie, er engagierte sich in vielen Bereichen, auch mit der Dekoration der Fasnachtsbälle.

Im Ruhestand brachte sich Fritz Thomas dann stärker in der Ellwanger Ortsgruppe des Schwäbischen Albverein ein und organisierte Ausfahrten. gek

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