Gesunden Umgang mit sozialen Medien lernen

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Gefahren im Umgang mit Internet und Smartphone lernen Schüler bei dem Präventionsprojekt BeOn kennen. Das Bild entstand mit Teilnehmenden des Pilotkurses am Peutinger Gymnasium.
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Die Stadt startet das SI-Projekt „BeOn - Bewusst Online in sozialen Medien“ an fünf Schulen.

Ellwangen. Schon vor der Pandemie klagten viele Schulen über die Unbedarftheit, mit der viele Kinder das Smartphone nutzen und auf vielen Plattformen der sozialen Medien unterwegs sind. Immer wieder gab es Fälle von Cyber-Mobbing, die so schwerwiegend waren, dass auch die Polizei hinzugezogen wurde. „In der Pandemie hat das Thema sexualisierte Gewalt klar zugenommen“, berichtet Nicole Bühler, städtische Beauftragte für Familien, Frauen, Senioren, Soziales.

Hilfe kommt von der Ellwanger Gruppe von Soroptimist International (SI), die in mehrjähriger Arbeit ein Präventionsprojekt aufgestellt hat, das Schülerinnen und Schülern hilft, eigenen Medienkonsum besser zu reflektieren und Gefahren aus dem Internet aus dem Weg zu gehen.

„Es gibt Präventionsangebote, doch die bestehen oft aus einer einmaligen Veranstaltung, ohne Nachhaltigkeit im Fortgang“, erklärt die SI-Präsidentin Christina Faber, den Ausgangspunkt. „Wir überlegten uns, wie eine ideale Umsetzung aussehen müsste, und kontaktierten dazu viele regionale und überregionale Stellen.“

Die Einbindung der Eltern und eine mehrjährige Laufzeit schien unabdingbar, um erfolgreich auf die Kinder einwirken zu können. Am Ende stand „BeOn“, ein fertiges Konzept, das im vorigen Jahr im Peutinger Gymnasium als Versuch angewandt wurde. Im Februar startet „BeOn“ an fünf Ellwanger Schulen, der Gemeinderat gab grünes Licht dafür.

Programmdirektorin bei SI ist Melanie Michl, die bei dem Pilotprojekt erlebte, wie die Jugendlichen den Workshop mit ihren eigenen Anliegen gestalten konnten. „BeOn" setze in Ellwangen auf den externen Referenten Clemens Beisel, Sozialarbeiter und Medienpädagoge aus Pforzheim, der die jeweils dreistündigen Workshops in den Klassenstufen 5 und 8 gestaltet.

In Klasse 5 steht das Gerät im Mittelpunkt, Auslesen der Nutzungszeiten am Handy, Einrichten von WhatsApp-Gruppen. In Klasse 8 geht es um den gesunden Umgang mit sozialen Medien, Bildrechte, Hate Speech, Gaming und Ähnliches.

„Die Workshops sind so offen gestaltet, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Themen einbringen können“, erklärt Melanie Michl. Lehrkräfte und Schulsozialarbeit sind in Vor- und Nachbereitung eingebunden. Außerdem soll die Schulsozialarbeit Schülergruppen aufbauen, die anderen bei Problemen helfen können. Als niederschwellige Ansprechpartner könnten Jugendliche oft besser über Themen wie Gewalt im Netz kommunizieren.

Teil des Projekts ist ein „digitaler Elternabend“ in 16 Modulen, den Eltern abrufen können, je nachdem welches Thema zuhause mit ihrem Kind gerade besonders auf den Nägeln brennt.

Die Kosten für das Projekt beziffert Christina Faber auf 15 000 Euro pro Jahr, die sich die Stadt Ellwangen und der Förderverein SI-Hilfe aufteilen wollen. Angefragt sind allerdings auch Fördermittel aus Bundes- und Landesprogrammen. ⋌Gerhard Königer

Info: Wer das Projekt BeOn unterstützen will, kann spenden auf das Konto IBAN DE52 6145 0050 1000 4759 64 der SI-Hilfe Ellwangen/Jagst e.V.

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