Gewerbegebiet: Die Umlegung kommt

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Ein Luftbild von der Fläche links der L1060, auf der das Gewerbegebiet Neunheim erweitert werden soll: Als Abgrenzung zu den landwirtschaftlichen Gebäuden ganz links soll ein Grüngürtel ausgebildet werden.
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Weil die Besitzer der Grundstücke, die für die Erweiterung des Gewerbegebiets gebraucht werden, nicht zum angebotenen Preis verkaufen, kommt es nun zu einem Umlegungsverfahren.

Ellwangen

Die Frist für eine Einigung im Grundstückspoker ist um. Jetzt bereitet ein externes Büro das Umlegungsverfahren für die Erweiterung des Industriegebiets Neunheim vor. Wie Oberbürgermeister Michael Dambacher mitteilt, sei man sich trotz großer Anstrengungen nicht einig geworden. Die Preisforderung der Grundstücksbesitzer habe man nicht erfüllen können. Einzelne wollten offenbar gar nicht verkaufen.

Jetzt nimmt die Angelegenheit den für diesen Fall vorgezeichneten Weg: Das Ingenieurbüro Käser, ein Dienstleister rund um Vermessungs- und Planungsaufgaben, sei mit der Umlegung beauftragt worden.

Dambacher: "Unser Angebot war mehr als fair und lag weit über dem, was in der Region bislang bezahlt wurde."

Der Ellwanger OB ist zuversichtlich, dass die Erschließung schon 2022 beginnen kann. Zwar gebe es auch im Umlegungsverfahren Einspruchsmöglichkeiten, die den Fortgang verzögern können. Andererseits erlaube das Verfahren eine vorzeitige Besitzausweisung für öffentliche Flächen. Außerdem verfüge die Stadt über neun bis zehn Hektar im Bereich der Erweiterung, was eine abschnittsweise Entwicklung erlaube.

Es geht hier um viel mehr als den Preis für die Grundstücke.

Michael Dambacher Oberbürgermeister

"Es geht hier um viel mehr als den Preis für Grundstücke", meint Dambacher. "Wir können die Entwicklung der Stadt nicht von den Forderungen einzelner Grundbesitzer abhängig machen." Für die Erweiterungspläne der Varta AG und weiterer einheimischer Unternehmen müsse man einfach Gewerbeflächen anbieten.

Hinzu komme, dass auch künftig immer wieder Grunderwerb nötig sein wird, beispielsweise für die Ortsumfahrungen Röhlingen und Eggenrot. Dambacher: "Der Preisspirale musste Einhalt geboten werden, weil sie sich auch auf unbeteiligte Landwirte auswirkt."

Wer Fläche teuer verkauft, investiert in Land der Umgebung und trägt so den Preisdruck weiter. Ein Wettstreit, der sich auf die Pachtflächen auswirkt und Landwirte ohne Bauland aus dem Geschäft drängt. Mitunter mischen auch Investoren mit, die keine Landwirtschaft im Sinn haben, sondern nur nach Rendite suchen.

Um dies zu verhindern hatte die Stadt bei den Grundstücksverhandlungen bereits allen aktiven Landwirten Ersatzflächen zugesagt.

Das Umlegungsverfahren schafft Bauplätze

Erster Schritt ist das Anhörungsverfahren. Parallel wird die Stadt den Bebauungsplan so schnell wie möglich fertig stellen. Unabhängige Gutachter legen den Preis fest, zu dem die öffentlichen Flächen (für Straßen etc.) angekauft werden. Alle Grundstücke werden eingezogen und neu so zugeschnitten, dass der Bebauungsplan umgesetzt werden kann. Nach der Zuteilung können die Grundbesitzer ihre neuen Grundstücke zum gewünschten Preis abgeben, sofern sie einen Käufer finden. In jedem Schritt des Umlegungsverfahrens bleibt ein nachträglicher Verkauf der Flächen an die Stadt möglich. gek

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