Hariolf Gymnasium: Was unterm Biohörsaal zum Vorschein kam

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Im entkernten Biologiehörsaal berichtet Architekt Mathis Tröster vom Baufortschritt. Volker Grab und Jochen Widdermann (v.l.) sehen die Baustelle im Plan.
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Welche Zwischenbilanz die Stadt für die Sanierung des Hariolf-Gymnasiums zieht und was sie den Schülern bringt.

Ellwangen

Bürgermeister Volker Grab freut sich: "Wir sind in Zeit und Kostenplan. Dies ist nicht die heißeste Baustelle der Stadt". Angesichts des Fortschritts der Sanierungsarbeiten an den Fachklassen des Hariolf-Gymnasiums haben die Verantwortlichen auch allen Grund dazu.

"Sehr komplex" nannte Architekt Mathis Tröster die Baustelle und die Aufgaben, die zu lösen waren. Laufender Betrieb, Abitur, Corona und Baustelle waren gleichermaßen zu koordinieren.

Die Stadt vertrat Jochen Widdermann als Bauherr, der sich für die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten bedankte. "Zeitweise hatten wir bis zu 40 Leute gleichzeitig auf der Baustelle", berichtet Tröster: "Der Zeitplan war mit drei Monaten ambitioniert, wir haben so viele Gewerke parallel ausgeführt wie möglich. Das war schon ein hoher Schwierigkeitsgrad." Zumal das Gebäude seine Tücken offenbarte. "Wir haben uns auf Unvorhergesehenes eingestellt, aber bei der Sanierung schon so manche Überraschung vorgefunden."

Denn das 1973 eröffnete Schulgebäude befand sich noch im Originalzustand, wie Tröster bestätigt: "Ich weiß es, denn ich war 1973 hier selbst Schüler in der fünften Klasse." Notwendig wurde die Sanierung ursprünglich durch eine Verordnung des Kultusministeriums, nach der die Anforderungen für die Abzüge der Labortische verschärft wurden. "Anfangs dachten wir, dass das keine große Sache ist", gestand Grab. "Aber schnell merkten wir, dass hier viel mehr im Argen lag." Abluft, Dach, Medienversorgung, Energiekonzept, Brandschutz: Nichts war mehr zeitgemäß. Unter der Verschalung des Biologiehörsaals fand sich ein Wespennest von einem Quadratmeter Fläche.

Was die Schüler davon haben

Hier war noch alles im Originalzustand von 1973.

Mathis Tröster Architekt

Der Grundriss des Traktes wurde offener gestaltet. Es gibt mehr Fluchtwege und -türen. Nun liegen alle Leitungen wie Strom, Gas, Wasser, Abzug und Netzwerk für die Versuche in der Decke und können in den Arbeitsbereichen für die Schüler als sogenannte Deckensegel wie eine Hängeampel individuell abgesenkt werden.

"Wir bekommen den modernsten Stand der Technik", freut sich Studiendirektor Sigmar Kühnle (Physik). "Damit können wir die Tische flexibel nach Bedarf anordnen. Jeder Schüler hat immer alles direkt vor Ort." Zudem zieht auch gleich die neueste Medientechnik mit ein. Tröster ergänzt: "Wir haben auch gleich ein zeitgemäßes Zu- und Abluftsystem eingebaut. Vor allem in den drei Hörsälen war es im Sommer durch die alte Bausubstanz und fehlende Dämmung unerträglich heiß." Jetzt sorgt ein Gründach für besseres Klima, Lücken in der Dämmung wurden geschlossen, 170 Meter Attika auf dem Dach erneuert. Die zentrale Lüftungsanlage auf dem Dach ist zugleich mit Wärmerückgewinnung versehen. "Wir werden viel weniger Energie verbrauchen als vorher", versichert Tröster. Bis 14. September sollen die Arbeiten am Brandschutz und am Dach abgeschlossen sein, dann folgt der Einbau der Möblierung der Fachklassen.

Am 23. Oktober soll dann im Hariolf Gymnasium alles fertig sein. Neid muss aber keiner aufkommen, versprach Volker Grab: "Wir behalten alle Schulen im Blick. Als nächste Maßnahme wollen wir die Grundschulen mit schnellem Internet und Glasfaser anbinden."

3,2 Millionen Euro verbaute die Stadt im Hariolf-Gymnasium, davon kommen 1,4 Millionen aus dem Topf des Kommunalinvestitionsgesetzes und weitere 75 000 Euro aus dem Ausgleichsstock. 2,5 Millionen Euro fließen in die Fachklassensanierung, der Rest in Brandschutz und Dach.

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