Heimattage mal anders: Ochsenbraten to go

  • Weitere
    schließen
+
Landrat Klaus Pavel schneidet den Ochsenbraten unter den wachsamen Augen von Ochsenbratmeister Jürgen Fünfgelder (links) an. OB Michael Dambacher (rechts) assistiert.

Die Heimattage auf dem Schloss fallen diesmal etwas anders aus. Was die Ellwanger trotz Corona organisiert haben und wie das ankam.

Ellwangen

Ihre Heimattage lassen sich die Ellwanger nicht nehmen. Die Stadtverwaltung entschied, coronabedingt eine stark abgespeckte Variante des in diesem Jahr auf "DaHeimattage" getauften Festes zu veranstalten. Mit dem Verkauf des Ochsenbratens landete die Stadt einen vollen Erfolg. Über "Ochsenbraten-Bezugsscheine" konnte man Portionen vorab erstehen und in der Schlossküche abholen. Innerhalb von vier Tagen waren 600 Portionen an den Mann, beziehungsweise die Frau gebracht. "Wir hätten auch noch über 200 Portionen verkaufen können", versicherte Ochsenbratmeister Jürgen Fünfgelder, der zusammen mit insgesamt rund 30 Mann der Bürgergarde im Schichtbetrieb arbeitete.

In drei Zeitzonen konnte die Bevölkerung ihren Ochsenbraten, inklusive Schupfnudeln abholen, natürlich unter Einhaltung strenger Hygiene-Vorschriften. "Da wegen Corona nicht auf dem Schloss gemeinsam gefeiert werden kann, feiern die Ellwanger halt zu Hause, eben bei den "DaHeimattagen". Vielleicht steigt dann das größte dezentrale Gartenfest in der Ellwanger Geschichte", mutmaßte Oberbürgermeister Michael Dambacher beim Ochsenanschnitt am Samstag. "Aber bitte auch hier gilt: Bitte unter Einhaltung der Corona-Regeln", so Dambacher.

"Wir haben darauf geachtet, dass die Essen in 100 Prozent wieder recycelbarem PET-Imbiss-Schalen ausgegeben werden", betont Jürgen Fünfgelder. Mittlerweile hat sich zum Ochsenanschnitt auch der Promigast in Person von Landrat Klaus Pavel dazugesellt. Der wundert sich aber schon ein wenig in der Schlossküche über die einsame Ochsenkeule, die ein wenig verlassen auf dem Spieß hängt. Jürgen Fünfgelder beschwichtigt sogleich: "Wegen der vielen, laufend kommenden Gäste, die den Ochsenbraten gleich mitnehmen wollen, haben wir den Ochsen schon vorher in mehrere Stücke geteilt, am Spieß gebraten und fertig zubereitet, anders geht's halt nicht."

Der Ochse fiel mit 300 Kilo Lebendgewicht diesmal etwas kleiner aus, er kam von Anton Wolf in Neunheim und wurde auf den Namen "Wazlav Nr. 1, der Flauschige" getauft.

Vielleicht (...) das größte dezentrale Gartenfest in der Ellwanger Geschichte.

Michael Dambacher Oberbürgermeister Ellwangen

Nachdem die Bürgergarde Salut im Schlossinnenhof geschossen und ihr Kommandant Hans-Peter Schmidt Meldung an OB Dambacher gemacht hatte, folgten kurz darauf Böllerschüsse, die die Schützengilde gen Himmel donnerte.

Natürlich gehört zum leiblichen Wohl und zu den "DaHeimattagen" süffiges Bier einfach dazu. Die Rotochsenbrauerei stellte Ein-Liter und Zwei-Liter Bügelflaschen mit Edel-Export-Inhalt, versehen mit einem Sonderetikett "DaHeimattage 2020" zum Verkauf. Die fanden ebenfalls reißenden Absatz, wie auch im Übrigen die, die auf der Bierkutsche der Rotochsen-Brauerei am Samstagabend feilgeboten wurden. Die Kutsche, gezogen von zwei stattlichen Kaltblütern der Kaltblutfreunde Dettenroden, drehte in aller Ruhe ihre Runden durch die Innenstadt und machte Halt vor den Gaststätten und zahlreichen Gästen.

Josef Thomer (links) und Frank Mornhinweg von den Kaltblutfreunden Dettenroden fahren mit der Bierkutsche durch die Stadt.

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL