Hilfe bei Hass und Gewalt aus dem Netz

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Das Präventionsprojekt BeOn des Soroptimist Club Ellwangen soll Jugendlichen Orientierung bei der Mediennutzung geben.
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Ellwangen. Christina Faber, Präsidentin des SI Club Ellwangen, und Melanie Michl stellten am Donnerstagabend in der Videositzung des Gemeinderats ein Präventionsprojekt vor, das sich an die 5. und 8. Klassen weiterführender Schulen richtet. Ziel sei es, Jugendliche in der Mediennutzung aufzuklären und für Gefahren von Gewalt, Hass und Extremismus im Netz sowie Cybermobbing zu sensibilisieren.

Das Projekt BeOn (Bewusst Online) wurde mit vielen Ansprechpartnern seit 2019 ausgearbeitet. Als Fachmann wurde Clemens Beisel, Sozialarbeiter und Medienpädagoge aus Pforzheim, hinzugezogen. Er hat bereits im Juni in einem Pilotprojekt am Peutinger Gymnasium Erfahrungen gesammelt. Lehrkräfte, Eltern und Jugendliche hätten sehr positive Rückmeldungen gegeben, sagte Faber.

Das Projekt hat eine Laufzeit von mehreren Jahren. Fünftklässler, die oft ihr erstes Smartphone bekommen, wenn sie an die weiterführende Schule wechseln, werden in Workshops über den Umgang mit WhatsApp-Gruppen, Bildrechte und andere grundlegende Dinge aufgeklärt. Eltern können sich in digitalen Elternabenden, das sind Kurzvideos, die Beisel aufgenommen hat, über ganz spezifische Themen informieren.

Schulsozialarbeit eingebunden

Die Schulsozialarbeit, die in das Projekt eingebunden ist, gründet an jeder Schule „Expertengruppen“ aus Schülerinnen und Schülern. Diese stehen dann für Fragen und Probleme aus der Schülerschaft offen. Dieses niederschwellige Angebot sei besonders wichtig, weil Jugendliche mit Gleichaltrigen leichter über Probleme reden als mit Erwachsenen. In der achten Klasse werden dann erneut Workshops angeboten, zum eigenen Medienkonsum, zu konkreten Plattformen, Pornografie, Hate Speech und anderem. Von der mehrjährigen Laufzeit verspreche man sich einen nachhaltigen Nutzen.

Zum Beginn im Februar 2022 hätten sich bereits alle weiterführenden Ellwanger Schulen angemeldet. Die Kosten für das Projekt BeOn beziffert Christina Faber auf 15 000 Euro pro Jahr. Möglich seien Fördergelder aus verschiedenen Programmen, die noch zu beantragen sind. Die Stadt wolle sich mit 5000 Euro pro Jahr beteiligen, lautete der Antrag, dem der Gemeinderat geschlossen zustimmte. Aus allen Fraktionen wurde dieses Projekt ausdrücklich gelobt.

OB Michael Dambacher meinte, es sei durchaus möglich, dass BeOn landesweit Kreise ziehe und auch in anderen Städten und Gemeinden eingeführt wird.

Gerhard Königer

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