Himmel und Hölle im Schlagabtausch

+
"Mensch-ärgere-dich-nicht" im Großformat: Der Ellwanger Jugendchor begeisterte mit seiner Darbietung von "Wie im Paradies" das Publikum im Speratushaus.
  • schließen

Ellwangen

Wie im Paradies“ lautete der Titel des Theaterstücks, das der Ellwanger Jugendchor im Speratushaus zur Aufführung brachte. Dabei wurde eine lebenswertere Welt aufgezeigt, in der die Gemeinschaft mehr zählt als die Interessen Einzelner.

Der Welt wurde sozusagen der Spiegel vorgehalten. Himmel und Hölle wurden einander gegenübergestellt: Hass, Raffgier, Machtdenken, Gewinnstreben und Ausbeutung kontra soziale Werte wie Solidarität, Zusammenhalt und Liebe. Das Theaterstück „Wie im Paradies - Ein Glücksspiel“ von Gabriele Berghoff war ein Paradelehrstück, das den aktuellen Zeitgeist beispielhaft reflektierte.

Andrea Batz hatte die Chorlieder ausgewählt und führte dazu die Regie. Reinhard Krämer sorgte für die musikalische Begleitung am Klavier.

Eingangs sehen die zahlreichen Besucher im Speratushaus, wie der Teufel und Gott, auf Kisten sitzend, im Kartenspiel symbolisch um die Welt spielen - ein reines Glücksspiel. Dann geht der Vorhang auf und man landet im Paradies-Zustand der Vollkommenheit. Viele bunte Blumen, Muscheln, das strahlendblaue Meer und vergnügte Tiere sind auf einer übergroßen Leinwand zu sehen und zeigen, wie die perfekte Welt aussieht. Adam, gespielt von Emilia Fischer und Eva (Marie Leonhardt) streiten im Paradies. Tiere sind in der fabelhaften Traumwelt dabei und dösen glücklich vor sich hin. Dennoch wird lauthals gesungen: „Wir hängen an unserer Depression.“ Dem wird schließlich im Chorgesang entgegengehalten: „Uns ist nicht mehr bewusst, was wir eigentlich brauchen, Liebe, Liebe, Liebe. Was ist hier nur passiert im Paradies?“

Der alte Gott (Jan Hofmann) und der junge Gott (Ben Schreiner) treffen auf den alten Teufel (Corvin Unger) und jungen Teufel (Mina Schöller). Und der Teufel lässt Adam und Eva die Wahl, nachdem beide nicht gehorchen und Eva vom Apfel abbeißt: „Dort ist die Welt, hier könnt ihr machen, was ihr wollt.“ Gott ist von den beiden enttäuscht und erklärt: „Ich ziehe mich aus der Verantwortung zurück.“

Die Welt scheint jedoch aus den Fugen geraten. Nichts ist mehr, wie es einmal war. Steigende Meerespegel, Hitze und Dürre, Umweltkatastrophen bestimmen das Bild. „Wo bleibt die Verantwortung“, wird geklagt und eindringlich gesungen. Danach Szenenwechsel: Fitness-Trainer (Valentin Kenntner) bringt die müden, verdrossenen Menschen in einer Wellness-Oase und Adam und Eva wieder auf die Beine und verabreicht ihnen eine Fitness-Kur, die schließlich wirkt.                     

Und wie geht der Konflikt zwischen Himmel und Hölle am Ende aus? Na klar, mit einem glücklichen Happy End, in dem der Teufel, wie immer, verliert und leer ausgeht und einsehen muss, dass das Gute immer siegt, ja siegen muss. In den Liedern „Hör auf deinen Bauch“ und „A Million Dreams“ zeichnen die jungen Darsteller des Jugendchors im großen Finale die Welt als Paradies und verbreiten Optimismus, der sich rasch aufs Publikum überträgt.     

Die Darsteller wurden am Ende mit tosendem Applaus bedacht und stehend gefeiert.     

Mit den beiden Aufführungen am Samstag und Sonntag im Speratushaus knüpfte der Ellwanger Jugendchor an frühere Produktionen an.

"Mensch-ärgere-dich-nicht" im Großformat: Der Ellwanger Jugendchor begeisterte mit seiner Darbietung von "Wie im Paradies" das Publikum im Speratushaus.
Adam und Eva, gespielt von Emilia Fischer und Marie Leonhardt, sitzen im Paradies und der Teufel und Gott beraten, was mit beiden zu tun ist.

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Mehr zum Thema

Kommentare