Jetzt neu: Musikproduktion an der Musikschule lernen

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Marcus Böltz, Schlagzeuger und Produzent hat in den USA Erfahrungen als Live- und Studiomusiker sowie im Bereich Filmmusik gesammelt. Jetzt bietet er an der städtischen Musikschule Musikproduktion als Unterrichtsfach an.
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Der Schlagzeuger und Produzent Marcus Böltz zeigt, wie man mit dem Computer Musik aufnimmt, abmischt, arrangiert und schließlich auf Streamingplattformen platziert.

Ellwangen

Das Angebot der städtischen Musikschule ist um ein neues Unterrichtsfach reicher: Musikproduktion. Wer hier mitmachen will, braucht kein Instrument, nur einen Laptop. Den bringt er mit zum neuen Lehrer Marcus Böltz und der zeigt, wie man mit der digitalen Audio Workstation Musik so aufbereitet und abmischt, dass sie auf Streamingportalen platziert werden kann.

Marcus Böltz wurde 1976 in Herrenberg geboren, in Ellwangen ist er aufgewachsen. Zur Musik kam er über die Knabenkapelle, heute Jugendblasorchester, wo er zunächst Posaune spielte. Schlagzeug und Percussion lernte er bei Joseph Ott und 1998 ging Böltz in die USA, um an der Los Angeles Music Academy (LAMA) zu studieren und Profimusiker zu werden. Als Studio- und Livemusiker war er an zahlreichen Produktionen beteiligt, er nahm etliche eigene Alben auf und produziert heute Filmmusik für Hollywood.

"Das Interesse, Musikproduktion zu lernen wächst seit Jahren", versichert Böltz und verweist auf die Schule in Los Angeles, an der er studierte. Dort würden mittlerweile zahlreiche Kurse für Musikproduktion angeboten. Das große Interesse hängt wohl damit zusammen, dass die digitale Technik immer leichter verfügbar wird. Entsprechende Computerprogramme leisten immer mehr und sind immer leichter zu bedienen. Bitwig Studio, Logic oder Q-Base heißen die Programme, mit denen man verschiedene Tonspuren zu einem Musikstück zusammenfügen und abmischen kann, oder fertige Musikstücke zerlegen, sampeln und remixen. "Sehr gute Studioprogramme laufen heute problemlos auf einem guten Laptop", sagt er. Das ganze Equipment, um Musik aufzunehmen, in Dateien umzuwandeln, zu verändern, zu schneiden, was früher einmal ein ganzes Tonstudio füllte, es passt heute bequem auf einen Schreibtisch.

"Ein Laptop, ein Audio-Interface, das analog in digital umwandelt und ein Mikrofon, mehr braucht man nicht", sagt Böltz. Viele junge Musikerinnen und Musiker, so seine Erfahrung, arbeiteten bereits ohnehin mit der digitalen Technik. Bands kommen nicht mehr unbedingt im Proberaum zusammen, man nimmt sein Instrument auf und verschickt die Datei per E-Mail. Verschiedene Tonspuren werden am Computer zusammengefügt und ausprobiert: schneller oder langsamer, ein Bläsersatz dazu oder lieber Streicher? Auch am Computer zu komponieren geht, die Tastatur ersetzt das Manual.

Böltz will zeigen, was mit der Software möglich ist und am besten in Einzelstunden, weil er dann am Besten auf das eingehen kann, was der Schüler oder die Schülerin genau wollen. Die eigene Musik so aufbereiten, dass sie auf Soundcloud oder Spotify gut klingt. Einen eigenen Song als Remix neu abmischen, oder die Grundlagen lernen, die man braucht, um mit einem Studioprogramm zu arbeiten. All das ist möglich. "Ich habe mit den Leuten von Bitwig Audio gesprochen. Schüler der Musikschule bekommen sogar EDU Version von Bitwig Studio, zum stark reduzierten Preis." Und wenn jemand einfach nur lernen will, wie man eine Band beim Liveauftritt richtig abmischt, ist auch das möglich.

Urban Weigel, Leiter der Ellwanger Musikschule, freut sich über das neue Angebot: "Marcus hat bei mir offene Türen eingerannt. Was er anbietet, ist das, was viele Musikschaffende suchen. Und das passt sehr gut zu dem, was wir bislang an der Musikschule unterrichten."

Anmeldung unter Tel. 07961 84341, E-Mail: musikschule@ellwangen.de

Die Oberfläche des Programms Bitwig Studio: Aufnahmegerät, Sampler, Mischpult, alles passt auf einen Laptop.

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