Jugend in die Verantwortung nehmen

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Der Wettkampfsport hat beim TSV Ellwangen enorme Außenwirkung.
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Die Pandemie stellt die Sportvereine vor neue Herausforderungen. Wie der TSV Ellwangen sich für die Zukunft aufgestellt hat.

Ellwangen

Die Jahreshauptversammlung des TSV Ellwangen wählte im Jubiläumsjahr ein neues Vorstandsteam, das trotz der vielen Schwierigkeiten für den Sportbetrieb durch die Coronapandemie, letztlich zuversichtlich in die Zukunft blickt. Ein Gespräch mit dem Vorsitzenden Hans Frank und dem stellvertretenden Vorsitzenden Christoph Häußler.

Schwäbische Post: Wir sind im zweiten Winter der Pandemie. Wieder gibt es Einschränkungen für den Sportbetrieb. Wie hält ein Verein das aus?

Hans Frank: Problematisch für uns war vor allem die Kommunikation der Coronaverordnungen und wie kurzfristig neue Regelungen erlassen werden. Im Übungsbetrieb unter 2G-Bedingungen hat sich meines Erachtens bereits eine gewisse Routine eingespielt. Zu Beginn und am Ende der Übungsstunden sind Masken zu tragen, der Übungsleiter dokumentiert Namen und Impfstatus.
Christoph Häußler: Für die Turniermannschaften kommt der obligatorische Test vor dem Punktspiel dazu und die Ungewissheit, ob ausreichend Spielerinnen und Spieler gesund sind. Dass vorige Woche das Volleyballspiel abgesagt wurde, hatte mit der Kommunikation der neuen Coronaverordnung zu tun.

Hat die Pandemie dem Mannschaftssport geschadet, weil mehr Leute zum Individualsport tendieren, der leichter auszuüben ist?

C. Häußler: Bei den Elks haben wir immer noch Schwierigkeiten, Jugendliche für die Schülerteams zu finden. Durch Kooperationen mit Schulen, Schnuppertraining beim Kinderfest und Ähnliches haben wir immer wieder junge Leute für diese Randsportart neugierig machen können. Mit der Pandemie fielen solche Aktionen weg.

H. Frank: Ich glaube nicht, dass der Individualsport zum Nachteil der Vereine ist. Wer für sich sein will, bleibt allein und wer Gemeinschaft erleben will, findet das bei uns. Wir müssen nur dafür sorgen, dass sich die Mitglieder mit ihren Ideen auch verwirklichen können. Deshalb sind wir für neue Gruppen und Sportarten immer offen und setzen auf eine flache Hierarchie. Dass die Richtung stimmt, sieht man an den vielen jungen Mitgliedern, die Funktionen übernommen haben.

Wo engagieren sich beim TSV junge Mitglieder?

H. Frank: Zum Beispiel haben einige junge Mitglieder das Sponsoring komplett überarbeitet mit dem Effekt, dass wir neue Sponsoren gefunden haben, die langfristig engagiert sind.

Wie wirkt sich die Pandemie auf die Mitgliederzahl aus?

H. Frank: Das lässt sich noch nicht genau abschätzen. Zum Jahresende häufen sich immer die Austritte, im Januar hat man mehr Eintritte. Aufgrund der eingeschränkten Aktivitäten werden wir wohl weniger Eintritte haben als vor Corona.

Hatte Corona auch einen positiven Effekt?

H.Frank: Wir haben dank Corona ein Online-Angebot im Fitnesssport. Kathrin Hauf leitet per Video das Training von zuhause und das wird erstaunlich gut angenommen.

Welche Bedeutung haben Sportstätten und Vereinsheim?

H. Frank: Gute Sportstätten sind enorm wichtig und das Vereinsheim auch. Ellwangen ist mit Hallen gut versorgt, doch ohne das Vereinsheim mit Übungsraum könnten wir manche Angebote nicht machen. Einige Gruppen trainieren dort zu Zeiten, zu denen es keine Hallenkapazitäten gibt.

C. Häußler: Wir haben den Trailpark für die Mountainbiker, den Baseballplatz, die Tennisanlage. Wir wollen ein Beachvolleyballfeld bei der Rundsporthalle bauen. Diese Anlagen sind für die Abteilungen von zentraler Bedeutung und der Vorstand unterstützt Initiativen, die aus den Abteilungen kommen, nach Kräften.

Im Übungsbetrieb unter 2G-Bedingungen hat sich eine gewisse Routine eingespielt.“

Hans Frank, Vorsitzender TSV Ellwangen
Kinderturnen beim TSV Ellwangen: wer von klein auf in die Vereinsstrukturen eingebunden ist, bleibt meist auch dabei.
Fitness- und Gesundheitssport ist ausgesprochen beliebt und wird mit der demografischen Verschiebung auch in Zukunft wichtiger Bestandteil des Angebots bleiben.
Christoph Häußler.
Sportverein Ellwangen im Lockdown.
Hans Frank

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