Jugendlicher Leichtsinn: Dellen auf einem Autodach

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Kleine Geldstrafe für einen 19-jährigen Mann. Zivilrechtliche Klage wird folgen.

Ellwangen. Aus einem Spaß wurde plötzlich Ernst. So stellte sich der Prozess gegen einen 19-Jährigen vor dem Amtsgericht Ellwangen dar. Er soll, zusammen mit einem weiteren Mann, auf ein Auto geklettert und darauf herumgehüpft sein. Gegen den Mittäter wurde bereits vor dem Amtsgericht in Heidenheim verhandelt.

Der Angeklagte R. erschien ohne rechtlichen Beistand bei Gericht. Gleich nach Vorlesung der Anklage durch Oberstaatsanwalt Dirk Schulte gab er den Sachverhalt zu. Konnte sich jedoch auf Nachfragen von Richter Michael Schwaiger nicht mehr an Details erinnern.

Da der Verdacht aufkam, der Angeklagte wolle ein Geständnis ablegen, um „seine Ruhe zu haben“, wies ihn Schwaiger darauf hin, dass er kein Geständnis ablegen müsse, wenn er nicht an der Tat beteiligt war. Doch R. blieb bei seiner Aussage.

Auf die Frage, warum er auf das Auto gestiegen sei und darauf herumgehüpft, antwortete R. mit „jugendlichen Leichtsinn“.

Zeuge bestätigt Sachverhalt

Ein Zeuge erzählte, dass er mit dem Auto seiner Mutter in die Berufsschule gekommen war. In der Mittagspause saß er zusammen mit einem weiteren Zeugen im Auto, als R. und der Mittäter B. erschienen und sich über das Auto der Mutter lächerlich machten. Plötzlich hätten sich die beiden auf das Autodach gesetzt und seien darauf herumgehüpft. Vermutlich, um das Auto ins Schwanken zu bringen. Das Dach habe dadurch Dellen erhalten.

Den Schaden gab die Autobesitzerin, die ebenfalls als Zeugin geladen war, mit 1160 Euro an. Ein weiterer Zeuge bestätigte die zuvor gemachten Aussagen.

Der Mittäter B. sagte in seiner Aussage, dass er gefragt habe, ob sie aufs Dach sitzen dürfen und ein "ja" gehört habe.

Da der Angeklagte bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war, plädierte der Staatsanwalt für den gleichen Beschluss, wie ihn der Mittäter am Amtsgericht Heidenheim erhalten habe.

So verkündete der vorsitzende Richter den Beschluss, das Verfahren gegen Zahlung von 150 Euro einzustellen. Allerdings wird auf den Angeklagten noch eine zivilrechtliche Klage zukommen.Michael Scheidle

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