Jugendzentrum zieht in die Kaserne

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Im Obergeschoss des Gebäudes 11 in der ehemaligen Reinhardt-Kaserne soll das Interims-Juze eingerichtet werden. Die Stadt will dafür das Gebäude erwerben.
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Als Interimsquartier will die Stadt das Gebäude 11 ankaufen und umbauen. Bauarbeiten, Nebenkosten und Umzug werden über eine halbe Million Euro kosten.

Ellwangen

Für die Landesgartenschau muss das Jugendzentrum im Mühlgraben umziehen. Der ehemalige Farrenstall, in dem Büros, Café, Bandräume und anderes eingerichtet sind, wird abgerissen. An der Stelle soll ein Neubau entstehen, in dem während der Landesgartenschau der „Treffpunkt Baden-Württemberg“ eingerichtet wird.

Der Abbruch des alten Gebäudes soll bereits im vierten Quartal 2022 erfolgen. Der Rohbau für den Neubau, für den ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben wird, ist 2024 vorgesehen, der Innenausbau 2025. Das Jugendzentrum wird 2027 einziehen können.

Bis dahin braucht das JuZe ein Interimsquartier. Dem Gemeinderat wurden in der Sitzung am Donnerstagabend in der Stadthalle verschiedene Varianten vorgestellt. Zusammen mit dem Architekturbüro ACT Tröster + Deucker wurden verschiedene Varianten untersucht. Im Gebäude 11, der ehemaligen Waffenkammer der Reinhardt-Kaserne, kamen man zwei Bereiche in Betracht, im 1. Obergeschoss und im Erdgeschoss.

Für das Raumprogramm des Jugendzentrums, Wärmedämmung, Brandschutz, Fluchtwege und Barrierefreiheit wären bei beiden Varianten erhebliche Um- und Einbauten erforderlich. Zudem sind Belange des Denkmalschutzes zu berücksichtigen. Egal ob im Erdgeschoss oder im Obergeschoss, unter 550 000 Euro (Umzug und Nebenkosten eingeschlossen) sei die Interimslösung nicht zu machen. Hinzu kämen Mietkosten von 174 000 Euro, wenn das Gebäude für 4,5 Jahre angemietet wird.

550 000 Euro sind ein großer Betrag. Das gehört genau überlegt.“

Walter Schlotter, Ortsvorsteher von Röhlingen

Auf Anregung des Gemeinderates wurden auch eine Interimslösung in der Mensa des Hariolf Gymnasium sowie die Aufstellung von Modulbauten/Containern an verschiedenen Standorten geprüft. Aufgrund verschiedener Schwierigkeiten wurde das aber wieder verworfen.

Wolfgang Seckler (FW/FBE), Ortsvorsteher von Pfahlheim, machte darauf aufmerksam, dass die Interimslösung für das Jugendzentrum teurer werde als insgesamt für die Jugendbetreuung in den Teilorten aufgewendet werde.

Walter Schlotter (FW/FBE) erklärte: „550 000 Euro sind ein großer Betrag. Das gehört genau überlegt.“

Armin Burger (CDU) meinte, wenn schon derartige Summen investiert würden, sollte die Immobilie der Stadt gehören.

Das stellte Oberbürgermeister Michael Dambacher auch in Aussicht: „Die Stadt wird Grunderwerbsverhandlungen führen.“

Johannes Boecker (Grüne) stellte fest, dass die Investition für ein Interimsquartier nicht verschwendet sei, weil bereits eine Nachnutzung geplant werde. Berthold Weiß (Grüne) machte deutlich, dass die Landesgartenschau ein Gemeinderatsbeschluss war und dass man dadurch quasi verpflichtet sei, für das Gebäude einen Ersatz zu schaffen. Das Jugendzentrum sei überdies eine Einrichtung, die auch für die Jugendlichen aus den Teilorten da sei. Bei einer Gegenstimme (Walter Schlotter) und zwei Enthaltungen wurde beschlossen, den Ausbau des 1. Obergeschosses im Gebäude 11 zu realisieren. Gerhard Königer

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