Junge Erfinder mit großen Ideen

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Die Preisträger des Artur Fischer Preises aus dem Peutinger Gymnasium Ellwangen (v.l.):Linus Lutz, Marie Weber und Nils Weber mit ihren Erfindungen, der smarten Zisterne, dem Lufttauscher für Klassenzimmer und einem sicheren Zebrastreifen..
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Mit welchen Lösungen Schülerinnen und Schüler aus der Forscher-AG des Peutinger Gymnasiums die Fachjury des Artur Fischer Preises begeisterten. Und wie man eigentlich Erfinder wird.

Ellwangen

Das Problem steht immer am Anfang“, erklärt Nils Weber, 13 Jahre alt. „Dann kommt die Idee, überprüfbares Messen, Forschen und das Finden einer Lösung.“ Zusammen mit seiner Schwester Marie und Mitschüler Linus Lutz landeten die drei aus der Forscher-AG des Peutinger Gymnasiums auf den vordersten Plätzen beim Artur Fischer Erfinderpreis (wir berichteten).

Bei ihm war es der Fußweg zur Oma, der über zwei Zebrastreifen führt. „Und da hält sehr oft kaum ein Auto an“, weiß er. Besonders abends, wenn es früher dunkel wird. Seine Idee: LED-Leuchten auf der Fahrbahn, die sich aktivieren, wenn ein Fußgänger an den Zebrastreifen herantritt.

Interesse vom Ministerium

Solche überfahrbaren Leuchten gibt es bereits als Verkehrsleitsysteme, beispielsweise in Tunnels. Sein neuer Ansatz: Kombiniert mit einer Druckplatte und Induktionsschleife können sie künftig für mehr Sicherheit für Fußgänger sorgen. Das brachte ihm den zweiten Platz in der Kategorie bis Klasse 7 ein. Zum Patent ist die Erfindung des Siebtklässlers bereits angemeldet, das Verkehrsministerium will sich die Sache genauer ansehen.

Auch Marie Weber, 15 Jahre, zählt zu den Preisträgerinnen. Sie erzielte den dritten Platz in der Kategorie bis Klasse 12. Ihr Lufttauscher für Klassenzimmer funktioniert mit handelsüblichen Baumarkt-Komponenten und PC-Lüftern. Eingebaut in abgehängte Decken kann er so in Corona-Zeiten das Lüften im kalten Klassenzimmer ersparen, für vergleichsweise wenig Geld. „Und Klassen könnten das als Bausatz erwerben und im naturwissenschaftlichen Unterricht selbst zusammenbauen. Und etwas dabei lernen“, erklärt Marie Weber.

Im kleinen Versuchsaufbau funktioniert ihr System, doch in der Praxis im Klassenzimmer konnte es noch nicht erprobt werden. „Dann kam der zweite Lockdown“, bedauert sie.

Beim Forschen will sie auf jeden Fall bleiben, Medizin wäre später eine Zukunftsidee für sie.

Alltagsprobleme lösen

Bei Linus Lutz leuchten die Augen, wenn er seine Erfindung erläutert. Er kombinierte Microcontroller, einen Raspberry Platinencomputer sowie Ultraschall- und Temperatursensoren zu einem smarten System zur Zisternenüberwachung. Das brachte dem Elfjährigen den ersten Platz in der Kategorie bis Klasse 7 ein.

„Wir wussten nie, wie voll unsere Zisterne zu Hause ist oder wann der Filter gereinigt werden muss. Also hab ich mir gedacht, da muss was her.“ Gesagt, getan. Also programmierte Linus 3-D-Drucker und CNC-Fräse, um ein wasserdichtes Gehäuse zu erstellen. Ein Ultraschallsensor misst, wie viel Wasser im Zisternenbehälter ist, und über den Temperaturfühler bekommt man mit, ob sich Mikroorganismen vermehren, „dann steigt die Temperatur an“, weiß Linus.

Das ganze wird per WiFi ins Hausnetz übertragen, wo man sich die Daten dann im Browser ansehen kann. Dazu greift sich die Website zusätzlich die Wetterdaten der kommenden Tage aus dem Internet ab.

Diese clevere Anzeige hat der Fünftklässler, der seit etwa eineinhalb Jahren programmiert, aus bestehenden Komponenten natürlich auch noch selbst entwickelt. Und auch bei ihm gibt es bereits konkrete Anfragen für einen Praxiseinsatz, etwa für ein Hilfsprojekt in Tansania.

Für die Schule hilft das Forschen natürlich auch, weiß Nils. „Gerade in Physik, oder fürs Prozentrechnen.“ Aber obendrein auch fürs Leben. „Vor so vielen Leuten sein Projekt vorzustellen, ist schon was besonderes“ weiß Marie, und Nils ergänzt: „Da wird man auch selbstbewusster im Auftreten.“

Im Umgang mit ihren Preisgeldern sind die drei übrigens auch echte schwäbische Tüftler: Das meiste davon wollen sie sparen, und ein kleines bisschen davon fließt in ihre Hobbys. Die haben die Schüler neben ihrer Leidenschaft fürs Erfinden nämlich auch noch.

Also hab ich mir gedacht, da muss was her.“

Linus Lutz, Erfinder und Preisträger

So funktioniert die Forscher-AG

Die Forscher-AG am Peutinger Gymnasium wird unterstützt durch das Explorhino-Forscherlabor der Hochschule Aalen, mit der das Peutinger Gymnasium eine Bildungskooperation besitzt.

Die AG ist offen für alle Schülerinnen und Schüler und findet immer Freitag Nachmittag nach dem Unterricht statt. Zwischen 30 und 40 Schülerinnen und Schüler nehmen regelmäßig teil. Zwei Lehrkräfte und eine Betreuerin unterstützen.

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