Keine Hinweise auf Identität des gesuchten Kindes

+
In der Nacht auf Dienstag kreiste ein Polizeihubschrauber über der Ellwanger Innenstadt und suchte nach einem zweijährigen Kind.
  • schließen

Dass die Eltern für den nächtlichen Hubschraubereinsatz bezahlen müssten, ist eher unwahrscheinlich, sagt Polizeisprecher Holger Bienert.

Ellwangen

Ein circa zweijähriges Kind im Schlafanzug irrt nach Mitternacht durch die Straßen der Innenstadt. Es ist kalt, es regnet, die Eltern, Erwachsene sind nicht zu sehen: Da würde wohl jeder die Polizei informieren. Schließlich ist Gefahr im Verzug, das Kind könnte sich erkälten oder gar erfrieren, wenn es die ganze Nacht im Freien ist. Und man kann auch an ein Verbrechen denken, das Kind könnte vor Leuten davon gelaufen sein, die ein Verbrechen im Schilde führen. Man denkt schnell an Entführung, zumal ein dunkler Mercedes gesehen wurde, dessen Fahrer mit dem Kind sprach.

Als sich am Dienstag, kurz nach Mitternacht eine Zeugin an die Ellwanger Polizei wendet, sind die Beamten schnell zur Stelle. Gemeinsam mit der Frau und anderen Anwohnern wird nach dem Kind gesucht. Die Polizei läutet an Türen. Schließlich wird ein Hubschrauber mit Suchscheinwerfer und Wärmebildkamera angefordert, der die Innenstadt überfliegt.

"Das ist für die Anwohner unangenehm, aber letztlich nicht vermeidbar", sagt Polizeisprecher Holger Bienert. Die Entscheidung, in einem solchen Fall den Hubschrauber hinzuzuziehen, hänge von verschiedenen Faktoren ab: Ist Gefahr im Verzug? Ist das Suchgebiet eingrenzbar, ist die Sicht ausreichend? Schließlich muss der Hubschrauber auch verfügbar sein.

In der Nacht auf Dienstag waren alle Umstände geeignet. Der Hubschrauber kreiste über der Stadt, doch fündig wurde er nicht. Das Kind blieb verschwunden und die Polizei muss davon ausgehen, dass der Kleine einfach ausgebüxt war und längst wieder zuhause ist. Sicher sein kann man sich aber erst, wenn sich die Eltern melden und Entwarnung geben. Das ist nicht passiert, möglicherweise weil die Betreffenden befürchten, die Kosten für den Polizeieinsatz bezahlen zu müssen.

Das sei jedoch unwahrscheinlich, meint Bienert. Zur Kasse gebeten werde man in einem solchen Fall nur, wenn vorsätzlich oder fahrlässig die Gefahrensituation herbeigeführt wurde. Für die Polizei wäre es wichtig, dass sich die Eltern melden, um den Fall abschließen zu können. Die Polizei bittet deshalb auch weiterhin Zeugen darum, sich zu melden, auch wenn der Junge wieder zuhause ist, unter (07961) 9300 oder beim Notruf 110.

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Mehr zum Thema

Kommentare