Klimaschutz, Energiewende und Daseinsvorsorge als Kernthemen

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Unter dem Motto "Aufbruch-Tour" steht der Wahlkampf der baden-württembergischen Spitzenkandidatin der Grünen, Franziska Brantner (2. von links). Mit Martina Häusler (MdL), Margit Stumpp (MdB) und Berthold Weiß (v.l.) informierte sie über die Lage in Berl
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Die Spitzenkandidatin der Grünen-Landesliste in Baden-Württemberg, MdB Franziska Brantner, besuchte Ellwanger Firmen und stellte sich den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern.

Ellwangen

Wir sind nicht mitten im Wahlkampf, wir sind in der heißen Phase“, eröffnete der Ellwanger Grünen-Stadtrat Berthold Weiß im „Taj Mahal“ die Bürgerfragestunde. Zu Gast in Ellwangen war die Spitzenkandidatin der Grünen in Baden-Württemberg für die Bundestagswahl, Franziska Brantner. Vor ihrem „Bericht aus Berlin“ mit anschließender Bürgerfragestunde hatte sie die Ellwanger Firmen EnBW ODR und Varta besucht. Nicht ohne Grund, denn die beiden Ellwanger Unternehmen sind in mehrfacher Hinsicht essenziell wichtig für die Kernthemen, die diesen Wahlkampf aus grüner Sicht prägen sollen: Klimaschutz, Energiewende und Daseinsvorsorge. Und so zeigte sich Brantner überzeugt: „Wir sind hier im Land schon viel weiter als in der aktuellen Bundesregierung“.

Was die Bürger bewegte

Die Bürger drückten indes vor allem Themen aus der Landespolitik: Verbesserungswürdige Ladeinfrastruktur für Elektroautos, Bahnausbau, Flächenfraß und und Ärzteversorgung auf dem Land. Brantner pflichtete bei, dass sich in Sachen Anzahl, Qualität und Sicherheit der Ladesäulen mehr tun müsse.

Stumpp ergänzte, dass auch im ÖPNV mehr Personal benötigt würde, um die Sicherheit zu erhöhen und mehr Menschen zum Umstieg zu bewegen. Das Auto werde im ländlichen Raum weiterhin eine Daseinsberechtigung haben und auch müssen, so Brantner. Dennoch müsse schon bei der Verkehrswegeplanung künftig mehr auf den Bahnausbau geschaut werden. Stumpp nannte als Beispiel die Brenzbahn, wo man den teilweise zweigleisigen Ausbau anstrebe, oder die weitere Elektrifizierung der Strecken. Leider seien bei der Bahn viele Mittel in Großprojekten gebunden.

Wie könne der ländliche Raum weiterhin als attraktiver, moderner Lebensort erhalten werden und mit der Ökologie in Einklang gebracht werden?

Hierzu erklärte Brantner, dass man dazu auch die Gesundheitsvorsorge in der Fläche erhalten müsse. „Wir müssen weg von der rein finanziellen Betrachtungsweise der Gesundheit. Ein Feuerwehrmann wird auch nicht nach Anzahl gelöschter Brände bezahlt.“

Zudem sei der Breitbandausbau enorm wichtig, auch um die Fachkräfte vor Ort zu halten.

Bei der Ökologie müsse man die Landwirtschaft gleichberechtigt mitnehmen und einen Konsens finden. In Baden-Württemberg sei das, anders als auf Bundesebene, gelungen.

  • Die SchwäPo im Gespräch mit Franziska Brantner
  • Franziska Brantner: Wir haben hier innovative Unternehmen, die sich mit Herzblut der Region verpflichten. Wir haben genau zugehört, wo es hängt: Netzausbau, Speichertechnologien und Energieumwandlung, hier drückt es die Versorger. Und es darf uns nicht passieren, dass wie in der Vergangenheit bei der deutschen Solarindustrie nun auch diese Technologien durch die Politik abgewürgt werden. Wir müssen die Bürokratie abbauen.
  • Wir müssen die erneuerbaren Energien grundlastfähig machen, beispielsweise durch den Ausbau von Energieumwandlung von Wind- und Solarenergie in Wasserstoff.
  • Nein, das ist kein Hemmschuh. Die Distanz von Windrädern zu Wohnorten ist kein Thema.
  • Wir haben Gewicht, denn wir stellen eine Landesregierung und sind mit dem Land in vielen Bereichen führend. Vieles hat Modellcharakter für den Bund.
  • Nein, im Gegenteil. Ich finde es ungemein spannend, es ist ein sehr enges Rennen unter den drei Parteien so kurz vor der Wahl.

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