Krimi spielt im Rotochsenkeller

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Sie stoßen an auf den ersten Roman, der in den Kellern der Rotochsenbrauerei spielt: (v.l.) Klaus Kormann, Ruth Julius, Alexander Veit. Foto: gek
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In „Kellerzeit“ verbindet der Autor Klaus Kormann eine Kriminalgeschichte mit Mystery und Ellwanger Heimatgeschichte. Sogar Stadtführerin Ruth Julius kommt in dem Buch vor.

Ellwangen

Es ist kalt in den alten Eiskellern unter der Rotochsenbrauerei und doch wollen so viele Menschen dorthin. Die Führungen, die Ruth Julius in den Gewölben anbietet, sind die am meisten nachgefragten in der ganzen Stadt.

Die Keller wurden seit 1680 aus dem Stubensandstein gehauen, ein richtiges Labyrinth entstand im Lauf der Jahrhunderte und die an den Führungen teilnehmen lieben das Schummerlicht, die vielen sich verzweigenden Gänge und die Geschichten von den hart arbeitenden Männern, die im Winter die Eisblöcke in den Weihern gebrochen und dann hier abgelagert haben, damit das Bier auch im Sommer im Kühlen reifen kann.

Auch Klaus Kormann hat eine solche Führung in Ellwangen erlebt und war so beeindruckt von dem was, er hier sah und hörte, dass er daraus ein Buch machte, den Krimi „Kellerzeit. Eiseskälte in Ellwangen“. Was wie eine typische Kriminalgeschichte beginnt, eine Leiche wird gefunden, eine Kommissarin ermittelt, wird schnell zu einer mysteriösen Erzählung, die in zwei Zeiten spielt, im Ellwangen der Gegenwart und im Jahr 1860.

Grundlage ist Kormanns Roman `Eises Kälte`, der in seinem Heimatort im Münsterland spielt und dort sehr erfolgreich war, sogar verfilmt wurde. Nachdem der Verlag, in dem „Eises Kälte“ erschien, Insolvenz anmelden musste, beschloss der Autor, den Roman auf eigene Faust umzuschreiben und neu herauszubringen. Er recherchierte nach einem geeigneten Ort für die Handlung, es musste dort eine Brauerei und einen Eiskeller geben, und kam so auf Ellwangen. Bei einer Führung durch die Rotochsenkeller mit Alexander Veit versprach Kormann, das Buch herauszubringen.

„Ich hatte mir das einfach vorgestellt, meine Erzählung auf einen anderen Schauplatz zu übertragen. Tatsächlich wäre es leichter gewesen ein neues Buch zu schreiben“, sagt der Autor und berichtet von den Recherchen. Sogar eine Übersetzerin von Platt nach Schwäbisch musste er finden. Nach 12 Monaten ist das Buch fertig, seit einer Woche ist es auf dem Markt und verkauft sich offenbar bereits recht gut.

Info: Beim Lese-Frühschoppen am kommenden Sonntag, 25. September, um 11 Uhr im „Roten Ochsen“ wird der Autor das Buch vorstellen. 

Über den Autor Klaus Kormann

Geboren 1958 in Elmshorn kam Kormann über den Beruf, er ist Groß- und Außenhandelskaufmann in der IT-Branche, nach Nordrhein-Westfalen, wo er mit 50 Jahren seine Liebe zum Schreiben entdeckt. 2010 veröffentlichte er die Science-Fiction-Satire „Ebene 17 - Der Untergrund“ im Schüppler Verlag. 2012 erschien „Eises Kälte“, sein zweites Werk das im westlichen Münsterland sspielt (Oldigor Verlag). Auf Basis dieser Erzählung entstand der Kinofilm „Eises Kälte Frozen in Time“, der 2018 Premiere hatte und erfolgreich in den Kinos desMünsterlandes lief. Ebenfalls 2012 ist mit „Samanthas Traum“ ein Fantasyroman erschienen, der die globale Erderwärmung zum Thema hat (Nepa Verlag). Einige Kurzgeschichten des Autors sind 2015 in der Anthologie „Das Ende? Der Anfang!“ veröffentlicht worden (Verlag Beyond Affinity).

Der Mystery-Krimi "Kellerzeit" von Klaus Kormann spielt in Ellwangen. Tatort ist der Eiskeller der Rotochsenbrauerei.

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