Lautes Trommeln für den Frieden

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Rund 100 Teilnehmer wurden bei der Kundgebung am Fuchseck gezählt.
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Mahnwache und Friedensforum pochen auf Beitritt zum Atomwaffen-Verbotsvertrag. Mahnungen am Fuchseck.

Ellwangen

Die Stadt zeigt Flagge und macht sich für den UN-Atomwaffen-Verbotsvertrag stark. Aus diesem Grund initiierte das Aktionsbündnis Mahnwache gemeinsam mit dem Friedensforum eine Kundgebung, an der rund 100 Besucher am Fuchseck teilnahmen. Bei der Kundgebung ergriff auch Oberbürgermeister Michael Dambacher das Wort.

Das Thema ist angesichts des Ukraine-Konflikts hochaktuell und brisant. Die Mahnwache will damit auf drohende Gefahren für den Weltfrieden aufmerksam machen. Mit Plakaten und Bannern, auf denen „Frieden schaffen ohne Waffen“, „Atomwaffenfrei jetzt“ und „Abrüstung schafft Sicherheit“ geschrieben stand, mahnten die Demonstranten mit Parolen.   

Die Veranstaltung informierte über den am 22. Januar 2021 in Kraft getretenen UN-Atomwaffen-Verbotsvertrag, der von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Er untersagt strikt die Herstellung und den Einsatz von Atomwaffen. Weil die Bundesregierung sich bis jetzt geweigert habe, den Vertrag zu ratifizieren, richteten die Kundgebungsredner Appelle an die Bundestags- und Landtagsabgeordneten, sich mit einer Abgeordneten-Erklärung für die Unterzeichnung einzusetzen.

Josef Baumann vom Friedensforum begrüßte die Teilnehmer eingangs. Oberbürgermeister Michael Dambacher sagte im Anschluss: „Wir fordern auf kommunaler Ebene ein, dass wir alle ein Recht auf Frieden und eine atomwaffenfreie Welt haben“ und erhielt dafür gleich spontanen Applaus von den Kundgebungsteilnehmern. Es gelte nun, Mehrheiten zu bekommen, sich dem Atomwaffen-Verbotsvertrag anzuschließen, so Dambacher. Die Vision einer atomwaffenfreien Welt müsse weiter aller gemeinsames Ziel bleiben. „Der Einsatz von Atomwaffen hat uns in der Vergangenheit dramatisch vor Augen geführt, welch unsägliches Leid dies mit sich bringt.“    

Herbert Hieber, SPD-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, erwähnte, dass sich bereits 700 Städte und Gemeinden in Deutschland dem Bündnis „Majors for Peace“ („Bürgermeister für den Frieden“) angeschlossen haben, darunter auch Ellwangen. „Die SPD setzt sich dafür ein, dass die Bündnispolitik mit der NATO weiter fortgeführt wird. „Sie ist ein entscheidender Faktor für den Erhalt des Weltfriedens. Atomwaffen und alle Massenvernichtungswaffen müssen geächtet werden“, forderte Hieber. Grünen-Fraktionsvorsitzender Berthold Weiß fand lobende Worte für das Engagement Ellwangens: „Ich bin froh, dass unser Oberbürgermeister Michael Dambacher die Friedensmission, wie auch schon Karl Hilsenbek zuvor, nachdrücklich unterstützt.“     

Carola Moser von der Mahnwache sagte: „Der Atomwaffen-Verbotsvertrag hat großes Potenzial, eine atomwaffenfreie Welt zu schaffen.“ Sie wies auf die zunehmende atomare Bedrohung hin: „Bereits neun Länder weltweit sind im Besitz von Atomwaffen. Jeder Einsatz dieser Waffen ist ein massiver Verstoß gegen das Völkerrecht. Er ist ein massiver Affront gegen die Menschlichkeit. Leider hält die Bundesregierung am Konzept der nuklearen Abschreckung weiterhin fest“, kritisierte Carola Moser am Ende.         

Inga Rincke und Norbert Schubert trommelten lautstark für das Atomwaffenverbot. Zwischen den Redebeiträgen sang Walter Belge an der Gitarre Lieder aus der Friedensbewegung.          

Stadtrat Herbert Hieber (SPD) sprach bei der Kundgebung am Fuchseck.
Oberbürgermeister Michael Dambacher sprach ebenfalls bei der Kundgebung am Fuchseck.
Berthold Weiß von den Grünen / Bündnis 90 richtete einen Appell an die Bundesregierung, dem Atomwaffen-Verbotsvertrag beizutreten.
Kundgebung Fuchseck.
Demonstrieren für eine atomwaffenfreie Welt, lautete das Motto am Samstag am Fuchseck.
Walter Belge sang zwischen den Redebeiträgen bewegende Friedenslieder.

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