Lautsprecherdurchsagen anstatt Sirenen

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Sirene auf dem Dach
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Im Katastrophenfall setzt die Stadt Ellwangen auf Lautsprecherdurchsagen von Polizei und Feuerwehr.

Ellwangen. Am Mittwochabend gab Jürgen Schäfer vom Ordnungsamt in der Sitzung des Bauausschusses einen Überblick zur Situation in Sachen Katastrophenschutz. Zuständige Behörde im Katastrophenfall ist das Landratsamt, doch die Einsatzleitung vor Ort ist im Rathaus angesiedelt. Die Stadt muss zudem Personal, Geräte und Fahrzeuge zur Verfügung stellen.

Ein mehrfach bereits eingetretener Katastrophenfall in Ellwangen wurde durch Hochwasser verursacht. Sowohl an der Jagst wie auch an den Zuflüssen kann es nach Starkregenereignissen zu Überflutungen kommen. Das letzte 100-jährige Hochwasser liegt gerade einmal ein paar Monate zurück. Am 8./9. Juli trat die Jagst über die Ufer, richtete jedoch nur geringe Schäden an, weil die Hochwasserrückhaltebecken die Regenmengen auffangen konnten. Im Becken Schwabsberg gab es nach Auskunft des Wasserverbands Obere Jagst noch genügend Stauraum, um auch noch stärkere Niederschläge aufzufangen.

Alarmiert wird in Ellwangen ab einem Jagstpegel von 1,80 Meter. Ab 2,30 Meter wird eine Leitzentrale im Ordnungsamt eingerichtet, ab 2,50 Meter tritt im Rathaus ein Krisenstab zusammen, in den Polizei und Feuerwehr eingebunden sind. Der Katastropheneinsatzplan sowie der Hochwasseralarmplan werden jedes Jahr aufs Neue modifiziert. Eingebunden ist auch der Wasserverband Obere Jagst.

Doch wie werden die Menschen gewarnt, sollte es zu einem so plötzlichen Flutereignis kommen wie im Ahrtal? Eine Sirene gibt es nur noch in Pfahlheim. Sie blieb auf ausdrücklichen Wunsch der Freiwilligen Feuerwehr erhalten, während die Sirenen sonst überall abgebaut wurden. Bei der Stadt ist auch nicht geplant, die Sirenen wieder aufzubauen, macht Oberbürgermeister Michael Dambacher klar. Man setze im Katastrophenfall auf Lautsprecherdurchsagen von Polizei und Feuerwehr, sagte dazu Jürgen Schäfer.

Vorteil der Lautsprecherdurchsagen ist die Genauigkeit: hier können ganz gezielt betroffene Gebäude oder Straßen angesprochen werden, während eine Sirene kilometerweit im Umkreis warnt. Hinzu kommt die Ungenauigkeit: wer weiß heute noch, welches Sirenensignal vor Hochwasser, vor Feuer oder vor Tiefflieger warnt? Und bei Stromausfall bleiben Sirenen stumm, während der Lautsprecherwagen noch warnen kann.

Insgesamt, so kann man nach den Ausführungen Schäfers sagen, scheint die Stadt Ellwangen auf den Katastrophenfall ausreichend vorbereitet zu sein. Im kommenden Jahr soll eine Übung der Einsatzzentrale stattfinden. Gerhard Königer

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