Lückenschluss in der Innenstadt

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Mit einem Bebauungsplan und Grunderwerb will die Stadt die Innenentwicklung fördern.

Ellwangen. Mit der Aufstellung des Bebauungsplans "Stadtfischergasse/An der Mauer" möchte die Stadtverwaltung in der anstehenden Gemeinderatssitzung eine der letzten Lücken in der historischen, teils denkmalgeschützten Kernstadt schließen, die bislang noch nicht durch einen Bebauungsplan überdeckt sind.

Alle Bauvorhaben, Modernisierungen und Umbauten in diesem Areal orientieren sich bislang lediglich an Paragraf 34 Baugesetzbuch. Neu- und Umbauten müssen sich demnach an die bestehende Umgebung anpassen. Für die Verwaltung bedeutet das für jedes Objekt eine aufwendige Einzelfallentscheidung, die immer auch viel Konfliktpotenzial mit sich bringt.

Der neue Plan soll nun nach Paragraf 6 Baunutzungsverordnung ein "urbanes Gebiet" ausweisen. Demnach sind dort Wohngebäude, Geschäfts- und Bürogebäude, Einzelhandelsbetriebe, Schank- und Speisewirtschaften sowie Betriebe des Beherbergungsgewerbes, sonstige Gewerbebetriebe und Anlagen für Verwaltungen sowie für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke zulässig.

Grunderwerb im Eilentscheid

Das Geltungsgebiet umfasst grob den Südosten der Kernstadt, von der Marienkirche bis zum Palais Adelmann. Neben der Vereinfachung von Bauvorhaben für Verwaltung und Bauherren könnte die Stadt künftig zudem die zulässigen Gebäudehöhen, Fassadengestaltungen und Dacheindeckungen vorgeben, um so den Gesamteindruck des historischen Stadtkerns zu erhalten und zu sichern.

Bereits Ende März vergangenen Jahres erwarb die Stadt zum Verkehrswert von 150 000 Euro per Eilentscheid ein unmittelbar an den vorgestellten Planentwurf angrenzendes Gebäudeensemble in der Pfarrgasse 8. Oberbürgermeister Michael Dambacher machte dabei vom Vorkaufsrecht der Stadt in diesem Gebiet gebrauch.

Das unter Denkmalschutz stehende dreiteilige Gebäude, ein ehemaliges Handwerkerhaus aus dem 14. Jahrhundert, befindet sich in desolatem Zustand. Vor dem Hintergrund, dass Wohnraum in Ellwangen knapp ist, entschied sich die Stadt, das Gebäude zu kaufen.

Anselm Grupp, Pressesprecher der Stadt Ellwangen, ergänzt dazu: "Eine abschließende Aussage über die zukünftige Nutzung des historischen Gebäudes kann erst nach Feststellung der vorhandenen Bausubstanz erfolgen. Ob und wie eine anschließende Sanierung erfolgen kann, hängt von diesem Ergebnis ab."

Der Gemeinderat wurde in vorberatenden Gremien in nicht öffentlichen Sitzungen informiert, die späte Bekanntgabe erfolgte aufgrund Preisgestaltung und aus Datenschutzgründen, so Grupp.

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