Mahnwache für Flüchtlinge in Moria

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Das Aktionsbündnis "Mahnwache" und weitere Unterstützer machen am Samstag am Ellwanger Fuchseck auf die Lage der Migranten im Lager Moria auf Lesbos aufmerksam.

Das Aktionsbündnis macht auf die Lage der Migranten auf der Insel Lesbos aufmerksam. Einige von ihnen in der LEA in Ellwangen aufzunehmen, ist ein Vorschlag, der am Fuchseck laut wird.

Ellwangen

Am Fuchseck in der Ellwanger Innenstadt ist am Samstag alles wie immer. Die Menschen gehen shoppen, genießen die Sonne und treffen sich zum Plausch. Was hierzulande möglich ist, ist für die Flüchtlinge auf Lesbos, genauer im Lager Moria, momentan Utopie.

Um auch ihnen eine Chance auf ein besseres Leben zu ermöglichen, sie in Europa aufzunehmen und für faire Asylverfahren zu sorgen, veranstaltete das Aktionsbündnis "Mahnwache Ellwangen" eine öffentliche Zusammenkunft, um unter anderem auf die Verhältnisse der letzten Jahre im Lager Moria hinzuweisen und gleichzeitig die Politik zu ermahnen, jetzt umzudenken und mehr Flüchtlinge als geplant aufzunehmen. Besonders Horst Seehofer wurde dabei mehrfach in den verschiedenen Redebeiträgen genannt.

Gerhard Schneider konnte viele Interessierte und Mitstreiter begrüßen, während ausgerollte Transparente deutlich machen, worum es geht. "Moria ist ein Fanal der Verzweiflung" sagt Schneider und gibt zu bedenken, dass es eine menschenverachtende Politik sei, die da von den egoistischen EU-Staaten komme. "Diese Schande, so Schneider weiter, können wir nicht hinnehmen."

Auch Christine Ostermayer vom Weltladen macht ihrer Verärgerung Luft. Es sei eine unmenschliche Unterbringung dort auf der Insel Lesbos und man müsse schnelle und konkrete Lösungen finden. Die Partei mit dem "C" im Namen solle sich doch überlegen, was das eigentlich bedeute. Ob es christlich sei, Menschen dort in Moria ihrem Schicksal zu überlassen, sei sehr fragwürdig.

Nicht immer könne man den Kosten-Nutzen-Faktor anwenden. Speziell in der LEA in Ellwangen wäre noch genug Platz, um mehr Menschen aufzunehmen und zu integrieren. Ihr Appell an die Politik vor Ort: Bitte die Forderung in das Parlament bringen.

Moria ist ein Fanal der Verzweiflung.

Gerhard Schneider Mahnwache Ellwangen

Wolfgang Lohner von Amnesty International forderte in seinem Redebeitrag schnelle und pragmatische Lösungen von der EU mit Blick auf die Einhaltung der Menschenrechte. Faire Asylverfahren und das Ende der grauenhaften Verhältnisse nannte Lohner unabdingbar. Er rief dazu auf, sich an der Onlinepetition zu diesem Thema zu beteiligen. "Als ich die Nachricht vom Brand in Moria gehört habe, war mein erster Gedanke: Endlich!", bekennt als letzte Sprecherin Renate Huober den Zuhörern. Endlich deshalb, weil sie in ihrer naiven Hoffnung, wie sie selbst sagt, endlich etwas tue in der festgefahrenen Flüchtlingspolitik. Moria sei ein Versuch der EU, Asylanträge innerhalb weniger Wochen zu prüfen, anerkannte Flüchtlinge zu verteilen und Menschen ohne Schutzanspruch in die Türkei zurückzuschicken.

Genau dieser Versuch sei gescheitert, so Huober. Bei der Frage, wann die Politiker endlich hören, bedankte sie sich bei 16 Bundestagsabgeordneten der CDU, namentlich bei Roderich Kiesewetter, die einen Brief an Horst Seehofer geschrieben haben. Kiesewetter hätte zudem im SWR-Interview den Innenminister zu schnellem Handeln und der Aufnahme von 5000 Migranten aufgefordert, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern.

Neben Berthold Weiß, Gemeinderat in der Grünenfraktion und Leiter der Ellwanger LEA, waren weitere Stimmen von Menschen zu hören, die ihre Meinung Kund taten. Andrea Batz sorgte für die musikalische Umrahmung und stimmte am Ende das Dekadelied "Überwinde Gewalt" an.

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