Mehr Leben für das Grün

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Johannes Schenk (links) und Ralf Worm freuen sich über den Artenreichtum und die vielen Insekten auf der Blühwiese.
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Wie der Landschaftserhaltungsverband Ostalbkreis Artenvielfalt unterstützen will und welche Tipps er für den eigenen Garten hat.

Ellwangen

Man spürt es sofort: da ist Leben drin. Es brummt, summt, zirpt überall und Schmetterlinge, Hummeln und Bienen geben sich ein munteres Stelldichein. Zikaden zirpen um die Wette, fast wie in Südeuropa. Dabei stehe ich auf einer Parkfläche vor dem Berufschulzentrum mitten in der Stadt, neben mir eine Blühwiese von gerade einmal etwa 20 mal 10 Meter.

"Wir haben uns überlegt, wie wir vom Landschaftserhaltungsverband uns einbringen können", erläutert Ralf Worm, Geschäftsführer des beim Geschäftsbereich Landwirtschaft des Ostalbkreises angedockten Verbandes, der sich Erhalt, Pflege und Wiederherstellung von extensiv genutzten Lebensräumen zum Ziel gesetzt hat. "Daher haben wir an gut 30 Standorten im Ostalbkreis die Patenschaft für bislang nur als Grünflächen genutzte kreiseigene Flächen übernommen und versuchen, diese in dauerhafte Blühwiesen umzuwandeln."

Mit Erfolg: Wenn man es richtig anstellt, kommt die Blütenpracht jedes Jahr wieder und die Insekten freuen sich. Ganz entscheidend hierbei: "Das richtige Saatgut und die richtige Mähweise", so Worm. Dies gelte auch für den Hobbygärtner zu Hause. "Man braucht unbedingt gebietsheimisches Saatgut. Und man sollte nur zweimal im Jahr mähen." Das hat viele Gründe, erklärt Worm. "Wenn ich zu oft mähe, kann auf Dauer außer den robusten Gräsern nichts wachsen. Ich darf den ersten Schnitt aber auch nicht zu spät ansetzen, sonst setzen sich auf Dauer nur die großen und starken Blumen auf der Wiese durch."

Hauptsache, kein Mähroboter.

Ralf Worm Landschaftserhaltungsverband

Idealer Zeitpunkt sei die Samenbildung der Wiesen-Margerite, erklärt Durm. Das sei je nach Witterung im Laufe des Juni der Fall. "Den Grünschnitt darf man aber dann nicht lange liegen lassen, maximal einen Tag", so Johannes Schenk, Hausmeister und "Mann für Alles" an der Berufschule. "Sonst kommen auf Dauer auch nur wieder Gräser durch".

Nach einem Tag sollte das Gras ausgerecht werden, damit die Samen der Wildblumen und -kräuter ausfallen und fürs nächste Jahr wieder neue Pracht entstehen kann. "Es ist auf jeden Fall nicht weniger Arbeit", meint Schenk, "nur anders verteilt". Auch der Boden muss vor dem Säen gut vorbereit werden.

Etwa 15 bis 50 Cent pro Quadratmeter muss man für gutes Saatgut rechnen, die ideale Zeit für die Aussaat ist September bis Oktober. "Dann sollte auch der zweite Schnitt erfolgen", weiß Schenk. Worm ergänzt: "Auf einer als Rasen genutzten Fläche kommen weniger als fünf Pflanzenarten vor. Neben den rund 20 Arten, die wir hier einsäen, haben sich in einem Jahr bereits gut 20 weitere Wildkräuter- und Wildblumenarten angesiedelt."

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