Mehr Tango geht nicht

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Cordula Sauter gastierte mit ihrem Programm "Astor Piazzolla – mehr Tango geht nicht!" im Innenhof des Palais Adelmann.

Cordula Sauter hat in Ellwangens Palais Adelmann den Musiker Astor Piazzolla vorgestellt. Mit ihrem Akkordeon hat die Schauspielerin ausgewählte Stücke vorgespielt.

Ellwangen

Im Rahmen der Ellwanger Kulturinitiative "Sommer in der Stadt" gastierte die Akkordeonistin, Schauspielerin und Sprecherin Cordula Sauter mit der musikalischen Lesung "Astor Piazzolla – mehr Tango geht nicht!" im Innenhof des Palais Adelmann.

Den Spuren des argentinischen Ausnahmetalents Astor Piazzolla folgten am Sonntagabend über 40 Zuhörerinnen und Zuhörer. Die Atmosphäre des Palais-Innenhofes machte es den Zuhörern leicht, den Lebensweg Piazzollas zu verfolgen, der als Sohn italienischer Einwanderer als sein Lebenswerk einen neuen Musikstil erschuf, den Tango Nuevo.

Ein langer Weg

Es lag ein langer Weg vor Piazzolla, bis er zur Legende wurde. Die Vorliebe für Musik bekam er früh vom Vater vermittelt, der ihm auch ein Bandoneon, eine Art Akkordeon, schenkte. Bei allen Entbehrungen, die die Eltern in Zeiten der amerikanischen Prohibition erlebten, prägte die Auswanderung nach New York zum ersten Mal nachdrücklich das Leben des Jungen. Früh spielte er in Kabaretts und lernte so die Welt der Säufer, Spieler und Prostituierten kennen. Als Grünschnabel mit gerade mal 17 Jahren spielte er in verschiedenen Tango-Orchestern mit, unter anderem in dem bekannten "Annibal Troilo".

Um das Gehörte noch mehr vor dem geistigen Auge vorbeiziehen zu lassen, spielte Cordula Sauter ausgewählte Stücke von Piazzolla brillant und einfühlsam auf dem Akkordeon. Das Leben der Familie Piazzolla war ein ständiges Emigrieren. Von New York nach Buenos Aires, von dort 1954 mit einem Stipendium nach Paris. Der junge Piazzolla hatte die Liebe gefunden und nahm seine Freundin mit. Er studierte bei Nadia Boulanger Komposition. Sie bestärkte ihn auf seinem Weg, Tangos zu komponieren und in Werken seine eigene Handschrift aufzudrücken. Nach Argentinien zurückgekehrt, arbeitete er weiter an der Erneuerung des Tangos gegen alle Widerstände. Er wurde angefeindet, erlebte bittere Geldnot und das Auseinanderfallen seiner Familie. Die Argentinier selber warfen ihm vor, man könne alles ändern außer dem Tango.

Mitte der 1960er begannen die Jazz-Liebhaber und Nachtschwärmer seine Klänge zu lieben. Die reduzierten Tango-Klänge ähneln in ihrer Melodie Ästen, die sich im Wind wiegen.

Immer weiter verfolgte er seinen Stil. Der Erfolg stellte sich nach und nach im Ausland ein. In Italien und Frankreich wurde seine Musik gefeiert und ausgezeichnet. Und hatte sie auch die argentinische Nation gespalten, so hatte sie nach 40-jährigen Kampf ihre Berechtigung gefunden, die musikalische Essenz eines Landes zu sein.

Zum Abschluss der 90-minütigen Lesung spielte Cordula Sauter nach dem Stück "Tanti anni prima" "Los Sueños" – Träume – als Zugabe.

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