Meisterhaft in Stahl, Stein und Raum

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Der Bildhauer Rudolf Kurz mit einer Skulptur aus der "Tigerauge"-Serie: Die Kombination von Stein, Stahl und Raum geben seinen Arbeiten Leichtigkeit und Tiefe.
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Der Kunstverein und die Stadt Ellwangen zeigen den Bildhauer Rudolf Kurz, jenseits von Kirchenraumgestaltung, Brunnen und öffentlichen Arbeiten.

Ellwangen

Im August wird Rudolf Kurz 70 Jahre alt, die Stadt Ellwangen und der Kunstverein haben dazu dem Künstler in der Residenz des Schlosses eine Ausstellung gewidmet. "Ein Ausdruck der Wertschätzung und ein Geschenk, das wir uns selbst machen", sagt Kulturamtsleiter Dr. Anselm Grupp dazu.

Kuratoren sind Bernhard Maier und Ulrich Brauchle. Gemeinsam haben sie Rudolf Kurz in seinem Atelier im Spitalhof besucht und "aus der Fülle an Material dort", so Brauchle, eine Auswahl getroffen, die den Bildhauer von einer Seite zeigt, die in der Öffentlichkeit weniger bekannt ist.

Rudolf Kurz ist berühmt für seine herrlichen Brunnen, wie am Ellwanger Fuchseck, für seine oft überraschende Kunst im öffentlichen Raum wie den "Fisch" in Wört, vor allem aber für seine einzigartige Gestaltung von Kirchenräumen. Als freischaffender Künstler, der seit 40 Jahren von seiner Hände Arbeit lebt, hat er schon immer auch Skulpturen geschaffen, die weder für Kirchen noch für Marktplätze konzipiert sind. 

"Er lässt Stein und Stahl, diese schweren Materialien schweben, abheben regelrecht", schwärmt Brauchle vor einer Marmorskulptur, die ihm so leicht scheint wie ein Vogel. Dass Rudolf Kurz Stein und Stahl mit Raum verbindet ist für Bernhard Maier eine besondere Qualität, die in der "Tigeraugen"-Serie den zeitgenössischen Künstler besonders offenbare.

Kurz hat den Halbedelstein Achat, genannt "Tigerauge" geschliffen und in Metall so platziert, dass der Eindruck von Landschaft entsteht. Der Raum zwischen Stahl und Stein ist mit Blattgold belegt, was zu ganz überraschenden Lichtreflexen führt.

Die Ausstellung im Schloss zieht Bögen, von der Studienzeit an der Kunstakademie in Stuttgart zur Gegenwart, wo Rudolf Kurz gern mit etwas kleineren Steinen arbeitet, weil das den Rücken schont. Und sie zielt vom öffentlichen in den privaten Raum: auf der Wiese vor dem Eingang zum Innenhof des Schlosses steht eine Skulptur, nicht groß, aber so dezidiert, als stünde sie schon immer hier.

An dieser Skulptur wird am kommenden Sonntag, 17. Juli, um 11 Uhr die Vernissage sein, mit der Einführung des Theologen und Literaten Prof. Karl-Josef Kuschel, und den Musikern JoergWidmoser und Alex Bayer.

"Leben mit Stein und Stahl" ist die Ausstellung in der Residenz des Ellwanger Schlosses überschrieben.
"Er lässt den Stein schweben, ja abheben", sagt Ulrich Brauchle über den Künstler Rudolf Kurz.

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