Musikalischer Weihnachtsschmaus

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Das Quintett „Classic Brass“ hat kurz vor Weihnachten die Ellwanger Stadtkirche wieder mit Bläserglanz erfüllt.
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„Classic Brass“ muss in der Ellwanger Stadtkirche ohne den „Windsbacher Knabenchor“ auftreten.

Ellwangen. Die Aufschrift „Windsbacher Knabenchor“ auf der Eintrittskarte zum Weihnachtskonzert von „Classic Brass“ in der Ellwanger Stadtkirche war durchgestrichen. Corona bedingt mussten die fünf Blechbläser ohne Chor spielen.

„Macht hoch die Tür“ hatte das Quintett von Trompeter Jürgen Gröblehner sein Programm überschrieben. Einer musikalischen Einladung, der ein zahlreiches Publikum gefolgt war. Obwohl es im Gegensatz zum letzten Auftritt des Ensembles im Oktober keinen freien Eintritt hatte. Diese Bläser haben eben treue Fans.

Was nicht verwundert. Sie wissen, welche Stücke gut ankommen. Schöne Melodien, eingebettet in ein eingängiges Harmoniengefüge. Bloß nichts Atonales. Bläserglanz ist alles; frisch von der Leber weg in verschiedenen Fanfaren, mit großem, choralem Gestus natürlich in Bachs Weihnachtsoratorium oder Händels Messias. Die geeignete Spielwiese für Szabolcs Horváths Posaunenkunst.

Bis auf Tschaikowskys „Nussknacker-Miniaturen“ hat alle Stücke nach der Pause der Hornist Christian Fath - glänzend - arrangiert. Ob das titelgebende Adventslied mit Fanfarencharakter, „Drei Nüsse für Aschenbrödel“, das aus dem Kontrast von scherzhafter Zuspitzung der beiden Trompeten und getragenen Tutti lebt oder dem englischen Weihnachtslied „Away in a Manger“ („weit weg in einer Futterkrippe“). In der Version von „Classic Brass“ dürfen Glöckchen und Triangel die akustisch ganz feinen Akzente setzen. Das Glöckchen bringt ausgerechnet der Trompeter Zoltán Nagy zum Klingen, der sonst mit seinem Instrumentenarsenal den Bläserglanz mit vollem Rohr noch so richtig aufpoliert.

Tschaikowskys Miniaturen mit ihren fünf unterschiedlichen Tanzsätzen bilden die größte - und natürlich wieder mit spielerischer Leichtigkeit gemeisterte - Herausforderung des Abends. Gekrönt von dem Ohrwurm „Valse des Fleurs“.

Bevor die fünf Bläser das Potpourri ihres abschließenden „Musikalischen Weihnachtsschmauses“ auftischen, macht Jürgen Gröblehner nochmals erfolgreich Werbung für die neue CD „Morgenstimmung“. „Damit das Gleichgewicht stimmt“, erklärt der ungarische Tubist Roland Krem schmunzelnd, intoniert das Quintett als Zugabe noch Weihnachtslieder seiner Heimat. Wolfgang Nußbaumer

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