Mutmaßlicher Drogenhändler vor Landgericht

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Ein 60-jähriger Aalener muss sich wegen Drogenhandels vor dem Landgericht verantworten.

Ellwangen. Handel mit dutzenden Kilos Haschisch sowie mit mehreren Kilos Kokain, über Jahre hinweg – das wird einem 60-jährigen Mann aus Aalen vorgeworfen, der sich derzeit vor dem Ellwanger Landgericht verantworten muss. Das Problem: Der Hauptbelastungszeuge ist der Sohn des Angeklagten – und der hat nun von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht.

Laut Angaben eines Polizeibeamten, der an diesem Verhandlungstag als Zeuge ausgesagt hat, habe der Sohn des Angeklagten in den frühen Morgenstunden Ende des vergangenen Jahres die Aalener Polizeidienststelle aufgesucht – mit einer Bibel in der Hand.

„Er meinte, er hat zu Gott gefunden und möchte diese Straftaten nicht mehr mitverantworten“, so der Beamte. „Er meinte, dass er Buße tun will.“

Demnach habe der Zeuge erzählt, dass sein Vater im großen Stil mit Drogen handelt. Vor Gericht sind diese Aussagen allerdings nicht mehr verwertbar, da der Sohn des Angeklagten nun von seinem Zeugnisverweigerungsrecht gebrauch machte.

Eine weitere Zeugin, eine 54-jährige Frau aus Heidenheim, machte ebenfalls keine Aussage zur Sache. Gegen sie läuft derzeit ebenfalls ein Verfahren wegen Drogenhandels. Am Donnerstag, 10. März, wird die Verhandlung fortgesetzt.

Über das Zeugnisverweigerungsrecht

  • Laut Paragraph 52 der Strafprozessordnuhng sind Verlobte, Ehegatten, Lebenspartner – auch wenn die Ehe oder Partnerschaft nicht mehr besteht – sowie verwandte oder verschwägerte Personen des Angeklagten dazu berechtigt, vom Zeugnisverweigerungsgesetz Gebrauch zu machen. Auch wer laut Gesetz "in der Seitenlinie bis zum dritten Grad verwandt oder bis zum zweiten Grad verschwägert ist oder war" muss nicht als Zeuge aussagen. 

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