Nach dem Abitur aufs Containerschiff

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Dieses Bild hat Elias Schaller im vorigen Jahr aufgenommen, als er in den Ferien mit dem Containerschiff, das hier auf die Suezkanalbrücke zusteuert, nach Singapur unterwegs war. Durch den Suezkanal geht es auch mit der "Chicago Express", wenn sie ihre Fracht von Barcelona nach Kuala Lumpur bringt.
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Nach dem Abitur am Peutinger Gymnasium beginnt Elias Schaller eine Ausbildung als Schiffsmechaniker. Ab November fährt er auf der "Chicago Express" nach Kuala Lumpur.

Ellwangen

Auf die Frage "Und, was machst du nach dem Abi?" bekommt man von Elias Schaller eine klare Antwort: "Ich fahre zur See." Dass einer von der Ostalb ausgerechnet das Berufsziel Kapitän entwickelt, ist außergewöhnlich. Bei dem jungen Ellwanger kam die Begeisterung für die Schifffahrt mit seiner ersten Kreuzfahrt auf. Was die Eltern damals noch für eine jungenhafte Schwärmerei abtaten, verfestigte sich jedoch bei Elias immer mehr. Im vorigen Jahr gelang es ihm, über das Ferienfahrprogramm des Verbands deutscher Reeder einen Platz auf einem großen Containerschiff zu ergattern. Viereinhalb Wochen dauerte die Reise von Hamburg nach Singapur und bestärkte Elias in seiner Begeisterung: "Die Ausfahrt aus dem Hafen, der Suezkanal, die Vorsorge vor Piratenangriffen bei Somalia, das waren einmalige Eindrücke", schwärmt er immer noch.

Schon vor dem Abitur stand sein Berufsziel fest, bei der deutschen Hapag Lloyd bewarb er sich um einen Ausbildungsplatz als Schiffsmechaniker und wurde genommen. Anfang August bricht er auf nach Bremen, wo er im Maritimkompetenzzentrum 12 Wochen Theorie büffeln darf. Mitte November fliegt er nach Barcelona und geht an Bord der 8000 Container fassenden "Chicago Express". Die Ausbildung umfasst Arbeiten im Maschinenraum und auf der Brücke. Mitte, Ende Januar legt das Schiff in Kuala Lumpur an und fährt dann nach Europa zurück. Erst danach kann Elias einige Wochen Urlaub machen, bevor der nächste Theorieblock in Elsfleth bei Bremen beginnt.

Mit der dreijährigen Ausbildung will Elias das Leben und die Arbeit auf dem Schiff in allen Facetten kennenlernen, bevor er das Studium zum nautischen Offiziersassistenten aufnimmt, das weitere drei Jahre dauert. Danach kann er als Offizier anheuern und kommt seinem Ziel Kapitän immer näher.

Das ist genau das Richtige für mich.

Elias Schaller Abiturient

"Das ist genau das Richtige für mich", sagt der 18-Jährige, der bislang vier Seereisen unternommen hat. Seekrank war er noch nie. "Ich freue mich auf das Ungewisse", ist seine Erklärung dafür, dass es ihn in die Fremde zieht. Wochenlang auf hoher See mit gerade mal 22 Mann Besatzung, überwiegend Männer von den Philippinen, das ist für ihn kein Problem. "Zwischen den Diensten spielt man Tischkicker", berichtet er von seiner ersten Fahrt. Spannend seien die Hafeneinfahrten, und die Suezkanalfahrt, wenn ganz genaue Manöver nötig sind.

Wer weiß, vielleicht erlebt der Ellwanger bei seiner nächsten Fahrt auch den ersten Sturm. Dann hat er im Januar mit Sicherheit einiges zu erzählen.

Elias Schaller (l.) mit der Schiffscrew während seiner Ferienfahrt im vergangenen Jahr.

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