Nachwuchs für den Ellwanger Schatz

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Die Teilnehmer des 14. Sozialführerscheins im Garten des Palais Adelmann.

Oberbürgermeister Michael Dambacher überreicht hochmotivierten zukünftigen Ehrenamtlichen den Sozialführerschein. Der 14. Kurs will neue Aufgaben übernehmen.

Ellwangen

Helfen. Ja, das will ich, ehrenamtlich. Aber wo? Was passt zu mir?

16 Frauen und Männer (ja, es sind noch immer mehr Frauen, aber die Männer ziehen nach) aus Ellwangen und Umgebung haben sich zweieinhalb Monate mit diesen und anderen Fragen befasst. Jetzt überreichte ihnen der Schirmherr, OB Michael Dambacher, im Palaisgarten den Sozialführerschein.

Ziel des Kurses sei gewesen, dass „jeder das Türle findet“, hinter dem sich genau das Ehrenamt befindet, das auf die Person passt, erklärt Diakon Jörg Dolmetsch vom Diakonieverband Ostalb. Der Großteil der Gruppe hat seinen Platz gefunden.

Die 37-jährige Zöbingerin Agnes Ullmann spricht den anderen aus der Seele, wenn sie sagt: „Jeder Mensch hat ein bisschen Zeit übrig, in der er sich für andere einbringen sollte.“ Ihr Ziel im neuen Ehrenamt ist die Kinderbetreuung der Stiftung Haus Lindenhof: Mit Liebe, Leidenschaft und Hingabe will sie Farbe in das Leben anderer bringen. Lukas Jütten (24) ist der Jüngste der Gruppe. Der Aalener findet es richtig, die Zeit, die er neben dem BWL-Studium erübrigen kann, sinnvoll einzusetzen. Er hat seinen Platz als Lesepate in Ellwanger Kindergärten gefunden, der 65-jährige Röhlinger Kurt Fiedler in der städtischen Lernwerkstatt für Flüchtlinge.

Es sei viel um die Selbstreflektion gegangen, so Vera Nittel von der Stiftung Haus Lindenhof, eine der Referentinnen. „Was sind meine Ziele, meine Grenzen“, was die Möglichkeiten des Einzelnen. Worüber sich Vera Nittel besonders freut: dass die Kursabsolventen ein breitgefächertes Interesse haben.

Im praktischen Teil mit Hospitationen in ganz unterschiedlichen Einrichtungen arbeiteten die Teilnehmer in der LEA, im Schörnbornhaus, beim DRK mit Behinderten und im Frauenhaus mit alleinerziehenden Müttern.

Michael Dambacher war berührt vom Feedback der Gruppe, das zeige, wie sehr den Ehrenamtlichen das Helfen eine Herzensangelegenheit sei. „Wir brauchen Sie! Unsere Ehrenamtlichen sind der kulturelle Schatz, der diese Stadt auszeichnet.“ Aus seiner eigenen Erfahrung im Ehrenamt gab er mit: „Man erhält nichts dafür und trotzdem wird man dadurch reich.“

Entscheidender Punkt für den Sozialführerschein ist für Anita Beck von der Caritas Ost-Württemberg: „Eine gute Vorbereitung auf ein Ehrenamt ist so sinnvoll. Wir möchten Freiwillige nicht in ihr neues Amt hineinstolpern lassen, ohne dass sie wissen, was sie erwartet. Wir haben es mit Menschen zu tun, die nicht wieder eine Enttäuschung erfahren sollen.“

Dieses war der erste von 14 Kursen, der pandemiebedingt hybrid gegeben wurde: Die erste Hälfte digital, die zweite „live“. „Präsenz ist natürlich anders. So ein Kurs lebt von den Zwischengesprächen in der Pause“, resümiert Beck.

Kinderchorleiterin Andrea Batz und ihre Gitarre bereicherten den Abend im Garten des Palais mit einfühlsamen Stücken.

Wir brauchen Sie. Unsere Ehrenamtlichen sind der Schatz, der diese Stadt auszeichnet.“

Michael Dambacher, Oberbürgermeister

Der nächste Sozialführerschein beginnt 2022

Themen rund um das soziale Ehrenamt erwartet Interessierte beim Sozialführerschein. Der nächste Kurs ist für das Frühjahr 2022 geplant. Wer möchte, kann sich bei der Caritas, Dorothea Steidle steidle@caritas-ost-wuerttemberg.de vormerken lassen. Es fällt ein freiwilliger Beitrag von 25 Euro an. Involviert ist außerdem der Diakonieverband Ostalb, die Stiftung Haus Lindenhof, die Seelsorgeeinheit Ellwangen sowie die evangelische Kirchengemeinde Ellwangen. Je nach Pandemielage wird der Kurs in Präsenz, digital oder einer Kombination aus Beidem angeboten.

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