Neue Schlammpresse für die Kläranlage Schönau

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In die Abwasserreinigung wird in den nächsten Jahren kräftig investiert
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Das alte Gerät ist von 1976 und wird jährlich für 10 000 Euro repariert.

Ellwangen. Der Ausschuss für Bau-, Umwelt und Verkehrsangelegenheiten (ABUV) beschloss am Mittwochabend die Beschaffung einer neuen Klärschlammpresse für die Kläranlage Schönau. Die neue Schneckenpresse der Firma Kugler (Nagold) soll knapp 194 000 Euro kosten. Mit Zubehör und Unterbau sowie nötigen Umbauten am Gebäude summieren sich die Gesamtkosten auf rund 350 000 Euro.

Die Maschine wurde wie ein zweites Modell anderer Bauart auf der Kläranlage im Betrieb getestet, die Verbrauchswerte wurden verglichen mit dem Ergebnis, dass die Kugler-Presse weniger Strom und weniger Wasser verbraucht.  Im Ergebnis arbeitet sie auch besser, das heißt, der Klärschlamm kommt trockener aus dem Gerät.

Trockener auch als aus der alten Kammerpresse. Tiefbauamtsleiter Marco Pilenza geht von einem Trockensubstanzgehalt von 25 bis 30 Prozent aus, mit dem der Schlamm dann in die solare Trocknung geht. Die Stadt spart mit dem neuen Gerät also dauerhaft Betriebskosten ein.

Großer Vorteil der neuen Schneckenpresse im Gegensatz zur bisherigen Kammerfilterpresse sei auch, dass sie ohne Personaleinsatz arbeitet. Bislang musste ein Mitarbeiter den Pressvorgang begleiten und den Presskuchen laufend abstechen. Künftig geht das vollautomatisch. Über ein Förderband wird der ausgepresste Schlamm nach draußen befördert, wo man die Masse mit dem Radlader direkt zu den Trockenhäusern bringen kann.

Der Tiefbauamtsleiter rechnet mit drei bis vier Monaten Installations- und Umstellungszeit bis zur Inbetriebnahme.

Auf die Frage von Georg Mai (CDU), welche größeren Investitionen in den beiden Kläranlagen Schönau und Haisterhofen noch anstehen, meinte Pilenza: „Wir haben tatsächlich an beiden Kläranlagen größere Investitionen vor uns, um die Leistungsfähigkeit zu erweitern.“ Grund seien gesetzliche Vorgaben wie die Phosphatausfällung, aber auch Erschließung von Wohn- und Gewerbeflächen, die zu mehr anfallendem Abwasser führen. ⋌Gerhard Königer

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