Neues von der Sieger Köder-Stiftung

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Alter und neuer Vorstand der Sieger-Köder-Stiftung: (v.l.) Xaver Stempfle, Anton Betzler, Annette Bezler, Hans-Peter Haas, Hermann Schaff.
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Wechsel im Stiftungsvorstand: Annette Bezler dankt den ausscheidenden Hans-Peter Haas und Hermann Schaff und freut sich auf die Zusammenarbeit mit Anton Betzler und Xaver Stempfle.

Ellwangen

Seitdem die Sieger Köder-Stiftung 2009 gegründet wurde, hat Hans-Peter Haas im Vorstand gearbeitet. Hermann Schaff kam als geschäftsführendes Vorstandsmitglied 2015 hinzu. Jetzt wurden die beiden von der Vorsitzenden Annette Bezler, der Leiterin des Sieger-Köder-Museums, verabschiedet.

„Es gab immer wieder hohe Wellen“, erinnert sie sich an die Stiftungsgründung und die ersten Jahre des Museums, als es darum ging, die Arbeit des Künstlers und Pfarrers für die Öffentlichkeit erlebbar zu halten. „Sieger Köder wollte nicht, dass seine Bilder nach seinem Tod in irgendeinem Magazin verschwinden. Sie sollten sichtbar bleiben als besonderer Zugang zum Glauben“, sagt sie. Hans-Peter Haas sei als Vertrauter der Anna-Schwestern und der Stiftung sowie als Freund von Sieger Köder die Rolle des Vermittlers zugefallen. Sein Optimismus, mit dem er am Aufbau des Museums mitgearbeitet habe, half manche Hürde zu überwinden.

Hermann Schaff kam im Juni 2015 als geschäftsführender Vorstand hinzu. „Du warst ein Glücksfall. Wir hatten dieselben Vorstellungen, die Verständigung mit dir war in wenigen Sätzen möglich“, sagte Annette Bezler und lobte seine Ruhe und Geduld. Damit habe er der Stiftung Sicherheit gegeben, etwa als 2016 mit der Chagall-Ausstellung bedeutende Ausgaben zu stemmen waren.

Als Nachfolger treten Xaver Stempfle und Anton Betzler (geschäftsführender Vorstand) in den Stiftungsvorstand ein. Im Moment sei die Situation im Museum schwierig wegen der Pandemie. Andere Museen seien nicht sehr kooperativ. „Ich renne gegen Mauern“, sagte Annette Bezler bezüglich Bemühungen um eine neue Sonderausstellung. Man könne froh sein, dass 2021 mit der Ausstellung „Witz und Ironie“ sowie der Krippenausstellung zwei Projekte umgesetzt werden konnten.

Xaver Stempfle dankte für das Vertrauen. Die Entstehung von Stiftung und Museum habe er von Beginn an verfolgt. „Beides gäbe es nicht ohne Willibald und Annette Bezler.“ Jetzt gelte es das Kleinod in eine gute Zukunft zu bringen. Anton Betzler freute sich als ehemaliger Banker, seine Kenntnisse in die Stiftung einzubringen.

Die Oberin der Anna Schwestern, Veronika Mätzler, übergab das letzte Bild, das Sieger Köder gemalt hat, der Stiftung als Dauerleihgabe. Das Blatt im Format A4 hat der Künstler im Oktober 2014 mit Buntstift gezeichnet. Damals wohnte er im Seniorenheim der Anna Schwestern und war schon lange auf den Rollstuhl angewiesen. Bei einem Gespräch mit Prof. Josef Rief über einen Satz aus dem Buch „Jesus von Nazareth“ von Papst Benedikt XVI beginnt Sieger Köder Striche auf ein Blatt Papier zu zeichnen, das vor ihm liegt. „Der brennende Dornbusch ist das Kreuz. Der höchste Offenbarungsanspruch, das 'Ich bin es' und das Kreuz sind untrennbar“ liest Rief und Sieger Köder macht daraus die Figur eines Menschen, der mit ausgebreiteten Armen im Feuer steht. Auf dem Kopf trägt die Person eine Dornenkrone und das Feuer hat die Form eines Kreuzes, im gelben Sand davor steht spiegelverkehrt in hebräischer Schrift: „Ich bin es“.

Dieses Blatt schenkt er Prof. Rief zu seinem 90. Geburtstag am 18. Oktober 2014 und sagt „Des isch mei letschtes Bild.“ Es trägt wohl auch die Gedanken an das eigene Sterben in sich, denn SK kommt vier Wochen später auf die Intensivstation. Eine Leidenszeit beginnt, in der Sieger Köder selbst wie im Feuer steht, bis er am 9. Februar 2015 stirbt.

Prof. Rief schenkte die Arbeit den Anna Schwestern und künftig wird sie im Sieger-Köder Museum ausgestellt sein, wo sie jeder betrachten kann.

Das letzte Bild von Sieger Köder übergibt Sr. Veronika Mätzler (l.) als Dauerleihgabe an die Sieger-Köder-Stiftung und Annette Bezler.

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