Neugier als Lebensbegleiter

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Wolfgang Kuhn erhält am 11. Mai im Tagungshaus Schönenberg die keb-drs-Medaillie.

Wolfgang Kuhn wird mit der keb-drs Medaille für seine Verdienste in der Erwachsenenbildung ausgezeichnet. Was ihn auch mit 80 Jahren noch antreibt.

Ellwangen

Wolfgang Kuhn erhält am 11. Mai 2022 um 18.30 Uhr im Tagungshaus Schönenberg die keb-drs Medaille für seine Verdienste in der katholischen Erwachsenenbildung. Er ist seit 42 Jahren Mitglied der Katholischen Erwachsenenbildung (keb Ostalbkreis), davon wirkte er 22 Jahre als Vorsitzender, von 1979 bis 2001. Gleichzeitig war er Mitglied im Vorstand der diözesanen katholischen Erwachsenenbildung. Nach Eintritt in den Ruhestand wurde er im Jahr 2007 wieder Mitglied des Vorstandes der keb Ostalbkreis. Gleichzeitig übernahm er die Organisation der keb in der Seelsorgeeinheit Ellwangen. Zwei Jahre später, im Jahr 2009, wurde er wiederum Mitglied im Vorstand der diözesanen keb. Letztere hat im Herbst 2021 geendet.

Von Bildung, Büchern und Sushi

„Noch einmal Sushi essen.“ Das dachten Wolfgang Kuhn und seine Frau beim Rückflug aus ihrem ersten Japan-Urlaub. Noch einmal Sushi im Flugzeug essen. Damals, vor 38 Jahren, war das Trend-Gericht von heute in Deutschland noch wenig bekannt. Und auch die Kuhns kannten es nicht. Doch die große Aufgeschlossenheit, die Neugier und das Interesse, andere Länder und Menschen kennenzulernen, das hat ihnen viele tolle Erfahrungen gebracht. Wolfgang Kuhn isst auch heute noch, mit knapp 80 Jahren, sehr gerne Nigiri, Maki und Co. Seine Aufgeschlossenheit, Neugier und das große Interesse haben ihn durch die Jahre begleitet. Als Lehrer im Hauptamt und als Mitwirkender in verschiedensten Positionen bei der katholischen Erwachsenenbildung.

Die Beschäftigung mit der Bildung von Erwachsenen und all ihren Facetten steht im Mittelpunkt des beruflichen und ehrenamtlichen Lebenswegs von Wolfgang Kuhn. Menschen interessieren ihn einfach, seine Erfahrungen und sein Wissen mit ihnen zu teilen, betrachtet er als seine Aufgabe.

Aufgewachsen in Geislingen an der Steige entschied er sich für die Laufbahn eines Lehrers. Er studierte Pädagogik, Germanistik und Anglistik und trat 1977 die Stelle als Leiter der Katholischen Fachschule für Sozialpädagogik in Ellwangen an. Davor führte ihn sein Weg als „Assistant Teacher“ nach London. Wolfgang Kuhn erinnert sich noch gut an sein Zimmer in London bei Miss Lamb, die ihn dazu zwang, Englisch zu reden: „I can’t understand you“, sagte sie immer, wenn Kuhn versehentlich ins Deutsche verfallen war. „Damals lernte ich richtig Englisch“, so Wolfgang Kuhn. Auch seine Liebe zu anderen Ländern fand dort ihren Anfang.

Kurze Zeit nach Antritt seiner Stelle als Leiter der Katholischen Fachschule für Sozialpädagogik wurde Wolfgang Kuhn Vorsitzender des Katholischen Bildungswerks, wie es damals noch geheißen hatte. Bildung im Mittelpunkt seiner Tätigkeit, hier und dort. Dann auch auf diözesaner Ebene. „Mir war es immer wichtig, selbst als Referent tätig sein zu können“, beschreibt Wolfgang Kuhn. Dann nämlich ist er direkt an den Menschen und nicht nur im Verwaltungsapparat verhaftet. Kuhn hält Vorträge über Erziehung, Erziehungsmethoden. Sein Fach. Später sollten Reiseberichte dazu kommen. „Das kann ich den Menschen zuhause doch erzählen“, sagte er zu sich, wenn er – als leidenschaftlicher Fotograf nach tollen Motiven suchend – Länder wie Japan, die USA, Kanada, England oder Armenien bereiste.

Die Menschen teilhaben lassen und selbst am Leben anderer teilhaben – eine Art roter Faden im Leben von Wolfgang Kuhn. Wenn er auch schon lange keine Vorträge über Erziehung mehr hält („Ich brauche als Opa nicht den jungen Menschen Erziehung erklären“), so praktiziert er diese Teilhabe dennoch weiterhin. Wolfgang Kuhn war bis vor kurzem Mitglied im Vorstand des Forums Katholische Seniorenarbeit, er ist stellvertretender Vorsitzender im Seniorenrat der Stadt Ellwangen, ist gerne Gast im Haus Kamillus, wo er Vorträge bei Menschen mit Behinderung hält und er ist Lektor und Kommunionhelfer in seiner Heimatgemeinde Heilig-Geist in Ellwangen. „Kirche ist mir wichtig“, konstatiert Wolfgang Kuhn und fügt an, „aber ich will auch immer sagen können, was mir nicht passt.“

Wolfgang Kuhn ist ein geradliniger Mensch, einer, der seine christlichen Werte in Beruf und Freizeit eingebracht hat und es noch tut. Er organisiert und leitet seit 15 Jahren die keb in Ellwangen und hat unter anderem eine Vortragsreihe mit dem Titel „Orden“ organisiert. Allein in dieser Reihe haben bisher 19 Vorträge stattgefunden, bis die Pandemie es nicht mehr zuließ. Neben den Bilderreiseberichten hat Wolfgang Kuhn selbst einen Vortrag zur Enzyklika „Laudato si“ ausgearbeitet und mehrfach gehalten.

Zeit für Hobbies? „Ich bin eine Leseratte“, sagt Wolfgang Kuhn von sich selbst. Seit er im Ruhestand ist hat er weit über 2000 Bücher gelesen. Die Bücherregale im Wohnzimmer und in den beiden Arbeitszimmern sind proppenvoll.

Gerne würde er auch mal wieder nach Japan reisen, eine gut befreundete, inzwischen hochbetagte Lehrerin besuchen; und natürlich: Sushi essen.

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