„Nie wieder Krieg!“

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Das Jugendblasorchester begleitete musikalisch.
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Die SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier hält eine Gedenkansprache beim Mahnmal am Friedhof St. Wolfgang. Sie hofft, dass einmal aus dem Volkstrauertag ein Volksfriedenstag wird.

Ellwangen

Am Volkstrauertag wurde bei der Gedenkfeier am Mahnmahl St. Wolfgang an die Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft, Terror und Vertreibung erinnert. Die Gedenkansprache hielt am Vormittag die SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier.

Ein Zeichen der Erinnerung

„Wir begehen den Volkstrauertag auch über 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und in diesem Jahr vor allem auch im Zeichen der Erinnerung an den besonders grausamen und verlustreichen Angriffs- und Vernichtungskrieg in Ost- und Südosteuropa, der vor 80 Jahren mit der deutschen Besetzung von Jugoslawien und Griechenland sowie mit dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion begann“, sagte sie.

Der Volkstrauertag stehe für die Erinnerung an die von hier ausgegangenen Kriege und ihre Folgen für die Welt. „Sie sollen uns Mahnung sein. Wir trauern um die Opfer aller anderen Kriege und sagen: Nie wieder Krieg!“, sagte die Abgeordnete. Und weiter: „Deutschland und Europa gingen nach 1945 einen neuen Weg, aber Krieg und Gewalt bestimmen auch unsere Gegenwart.“

Frieden in Afghanistan

Leni Breymaier ging auf die momentane Situation in Afghanistan ein, die sehr dramatisch sei. „Nach 20-jährigem Einsatz der Nato in Afghanistan haben die Taliban die Kontrolle über das Land übernommen. Sie errichten ein Kalifat und führen die Scharia wieder ein. Wir sorgen uns sehr um erzielte Errungenschaften, beispielsweise bei den Frauenrechten oder im Bildungsbereich und fürchten um das Leben vieler Frauen und Mädchen.“ Die Politikerin ist sich jedoch sicher: „Das, was in 20 Jahren in den Köpfen vieler junger Afghaninnen und Afghanen angekommen ist, wird dennoch Früchte tragen. Davon bin ich überzeugt.“ Nachhaltigen Frieden werde es in Afghanistan nur durch politisch ausgehandelte Lösungen geben können. Dazu gebe es keine Alternative. Leni Breymaier resümierte: „Der Volkstrauertag ist ein Tag der Trauer, aber auch ein Tag der Ermutigung zum Engagement.“ Sie zitierte am Ende Gustav Heinemann, den dritten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland: „Nicht der Krieg ist der Ernstfall, der Friede ist der Ernstfall, in dem wir uns alle zu bewähren haben.“

Sie schloss: „Üben wir also den Frieden und hoffen, dass irgendwann aus dem Volkstrauertag ein Volksfriedenstag wird. An dem nicht zuletzt weltweit Mädchen und Frauen nachmittags zur Schwimmschule gehen können. Auch in Afghanistan.“

Oberbürgermeister Michael Dambacher begrüßte es, dass man am Volkstrauertag solidarisch zusammensteht. Im Anschluss an die Ansprachen dachten Leni Breymaier, Michael Dambacher, Stabsfeldwebel Siegfried Höppener und der stellvertretende Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Ellwangen, Wolfgang Berghausen, am Mahnmal in einer Schweigeminute an die Kriegstoten und Opfer von Krieg und Gewalt.

Der Kolpingchor Ellwangen, unter der Leitung von Ria Bullinger, und das Jugendblasorchester, unter der Leitung von Wendelin Dauser, umrahmten die Gedenkveranstaltung musikalisch.

Fahnenabordnungen verschiedener Organisationen und Gruppen waren bei der Gedenkfeier präsent. Die Kranzniederlegung erfolgte unter Beteiligung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dem Sozialverband VdK Ellwangen, der Garnison Ellwangen, der Stadt Ellwangen und von Hilfsorganisationen.

Der Kolpingchor Ellwangen begleitete musikalisch.
Leni Breymair sprach am Mahnmal St. Wolfgang.
Leni Breymair und Oberbürgermeister Michael Dambacher (von rechts) dachten in einer Schweigminute am Mahnmal St. Wolfgang an die Opfer von Krieg und Gewalt.

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