Neuer Aufsichtsrat

ODR will bis 2023 CO2-neutral sein

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Der ODR-Aufsichtsrat: Landrat Dr. Joachim Bläse, Katharina Klein, Oberbürgermeister Michael Dambacher, Steffen Ringwald, Frank Reitmajer und Sebastian Maier.

Die ausgeschiedenen Mitglieder des ODR-Aufsichtsrats werden bei der Hauptversammlung verabschiedet und die Neuen im Gremium begrüßt. Es wird zurückgeblickt auf das Jahr 2020.

Ellwangen

Durch den andauernden Boom bei den erneuerbaren Energien stehen der EnBW ODR ein massiver Ausbau ihrer Netze und somit hohe Investitionen in den nächsten Jahren bevor. Das prognostizierten die Vorstände Frank Reitmajer und Sebastian Maier bei der virtuellen Hauptversammlung der ODR, zu der Aufsichtsratsvorsitzender Steffen Ringwald die online zugeschalteten Aktionäre begrüßte.

Allein 2020 habe die ODR nahezu 30 Millionen Euro in ihre Strom- und Gasnetze investiert – laut Schreiben wurden sechs Umspann- und Schaltwerke erneuert, über 150 Kilometer Leitungen verlegt, 63 Kilometer Freileitungen rückgebaut sowie 45 Kilometer Gasleitungen verlegt und zwei Gasdruckregelanlagen errichtet.

„Rund vier Millionen Euro flossen in den Breitbandausbau und etwa sechs Millionen Euro in den Neubau des Bürogebäudes für die Schwestergesellschaft NetCom BW auf dem ODR-Gelände – insgesamt knapp zehn Millionen Euro im Bereich Kommunikationsinfrastruktur“, hob Frank Reitmajer hervor.

Mehr erneuerbare Energien

Bei den erneuerbaren Energien sei ein deutliches Plus zu verzeichnen: Derzeit speisen laut ODR fast 32 000 Erzeugungsanlagen Strom ins ODR-Versorgungsnetz ein. Im Jahr 2020 seien mit einer Steigerung von 50 Prozent gegenüber des Vorjahrs fast 2000 neue EEG-Anlagen angeschlossen worden. Ein vergleichbarer Boom sei bei den Batteriespeichern zu erkennen – rund 2200 neue Speicher gingen demnach ans Netz. „Über 71 Prozent der im Netz abgesetzten Energie ist bilanziell gesehen grüner Strom. Damit haben wir das Ausbauziel der Bundesregierung für 2035 von 65 Prozent deutlich übertroffen“, so Maier.

Die 2020 bei der ODR ausgearbeitete Nachhaltigkeitsstrategie beinhalte das Ziel, bis 2023 als Unternehmen CO2-neutral zu sein. Aktuell lasse die ODR ihr Engagement im Klima- und Umweltschutz nach den Kriterien des europäischen Umweltmanagementsystems EMAS bewerten – rechtssicher und transparent. Diese Umwelterklärung nehme die ODR in die Pflicht.

Worauf der Fokus liegt

Der Fokus bei der Gasstrategie liege im Hinblick künftiger Gaserschließungen auf der Nachverdichtung und dem Ausbau in Bestandsgebieten. Mit einer Digitalisierungsoffensive im Bau, im Betrieb, beim Einkauf sowie im Finanz- und Personalbereich werden laut Schreiben die wesentlichen Bausteine für die Zukunft der ODR gelegt.

Ein bedeutender Schritt sei der Umbau der Tochtergesellschaft Netze NGO von einem schlanken Netzbetreiber zur großen Netzgesellschaft. „Bedingt durch die gravierenden regulatorischen, finanziellen Nachteile eines schlanken Netzbetreibermodells hat sich das Management dazu entschieden, den Geschäftsbereich Netzwirtschaft aus der ODR in die Netze NGO auszugliedern. Damit wechseln rund 270 aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 35 Auszubildende von der ODR zur Netze NGO. Diese Neuausrichtung geschieht zum 1. Oktober 2021.“

Lob erntete die Spendenaktion „Sehen und helfen“ des Betriebsrats. 37 000 Euro seien dabei für 32 soziale Einrichtungen gesammelt worden.

Die Mitglieder

Viel bewegt haben die ausgeschiedenen Mitglieder des ODR-Aufsichtsrats Uli Huener, Dr. Martin Konermann und Landrat a. D. Klaus Pavel. Sie wurden im Rahmen der Hauptversammlung der EnBW ODR verabschiedet. Neu im Gremium sind nun der Ellwanger Oberbürgermeister Michael Dambacher, Landrat Dr. Joachim Bläse und Katharina Klein, Leiterin Landespolitik und Grundsatzfragen EnBW AG.
Pavel gehörte dem Aufsichtsrat seit 1997 an, seit 2010 war er stellvertretender Vorsitzender des Gremiums. In den 24 Jahren habe er die Entwicklung der ODR stets gefordert und gefördert, hob Aufsichtsratsvorsitzender Steffen Ringwald hervor.
Dr. Martin Konermann gehörte dem ODR-Aufsichtsrat seit 2016 an; einige Jahre davor agierte er als stellvertretender Vorsitzender. Er ist Geschäftsführer Technik bei der Netze BW GmbH und hat als solcher bei der technischen Weiterentwicklung wichtige Impulse für die ODR gesetzt.
Uli Huener war seit 2012 im Gremium und hat als ehemaliger Leiter Innovationsmanagement bei der EnBW gemeinsam mit der ODR die intelligente Straßenbeleuchtung „smight“ entwickelt. Ringwald sprach den drei ausgeschiedenen Mitgliedern seinen besonderen Dank für ihr hohes Engagement zum Wohle der EnBW ODR aus.

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