OK.go gibt das Reisebüro in der Spitalstraße auf

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Das Reisebüro von OK.go in der Spitalstraße ist geschlossen und wird auch nicht wieder öffnen.
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Dank Linienverkehr und Bundeshilfen kommt die vor drei Jahren gegründete Mobilitäts AG ansonsten gut durch die Coronakrise.

Ellwangen. Der Reiseverkehr ist die Branche, die von Corona mit am härtesten getroffen wurde. Selbst jetzt stehen bei OK.go in Neunheim noch mehr als die Hälfte der Reisebusse abgemeldet in der Fahrzeughalle. Und trotzdem sagt Reiner Maria Scheiger, Vorstand des vor drei Jahren aus den Busunternehmen Mack, Jakob und Schuster gegründeten Unternehmens: "Es geht uns gut!" Dahinter steckt die Erkenntnis, es hätte alles noch viel schlimmer kommen können. Aber auch der Eindruck, dass Busfahren als besonders nachhaltige Form der Mobilität am Ende sogar zu einem Gewinner werden könnte.

Als 2020 die Pandemie losbrach, traf es die Busunternehmen hart. Busreisen wurden abgebrochen und abgesagt, Ganze Reisegruppen hatten sich mit dem Virus infiziert, mussten aus dem Ausland zurückgeholt werden. Das Geschäft mit den Busreisen brach völlig zusammen. Der Linienverkehr dagegen blieb selbst im Lockdown erhalten. Mit dem ÖPNV-Rettungsschirm versuchte die Bundesregierung einen völligen Kollaps des öffentlichen Nahverkehrs zu verhindern. Bei OK.go ging die Rechnung auf. "Wir haben unser Angebot im Linienverkehr während der Pandemie aufrechterhalten und sogar noch ausgebaut", sagt Scheiger und verweist auf den StadtLandBus, den die Mobilitäts AG betreibt. Auch der Ellwanger StadtBus entwickle sich sehr gut. Finanziell sorgte der Rettungsschirm dafür, dass keine Busfahrer entlassen werden mussten.

Ganz anders ist die Situation im Reiseverkehr. Erst allmählich kommen die Kunden zurück, läuft der Reiseverkehr wieder an. "Die ersten Vereinsausflüge finden wieder statt und vor allem die Busreisen zum Radfahren und Wandern werden sehr gut angenommen", sagt Jutta Scheiger. Sie geht davon aus, dass die Busunternehmen im kommenden Jahr die Coronakrise ganz hinter sich lassen werden.

Eines wird sich jedoch nicht zurückdrehen lassen: Das Reisebüro von OK.go in der Spitalstraße bleibt geschlossen. "Wir haben entschieden, keine Angebote anderer Veranstalter mehr anzubieten", erklärt Jutta Scheiger. Das eigene Portfolio können die Kunden im internet sowie in den Geschäftsstellen in Neunheim, Göggingen und Durlangen buchen. Die 120 Quadratmeter große Ladenfläche in der eigenen Immobilie Ellwangen, Spitalstraße soll fremd vermietet werden. Man sei bereits in Gesprächen mit Interessenten und wolle einen Mieter, der die Innenstadt belebt.

Gerhard Königer

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