Ostermarsch und Friedenskundgebung virtuell

  • Weitere
    schließen
+
Der ehemalige Ellwanger Pfarrer Ravinder Salooja.Fotos: AK

Was das Ellwanger Aktionsbündnis Mahnwache trotz der Absage auf die Beine gestellt hat.

Ellwangen. Zum wiederholten Mal ist der Ostermarsch mit der anschließenden Kundgebung am Fuchseck wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Trotzdem fand am Ostersonntag die Friedenskundgebung statt: Über eine Internet-Präsentation konnte man die für diese Veranstaltung vorgesehenen Rede- und Musikbeiträge am Bildschirm verfolgen.

Das Ellwanger Aktionsbündnis Mahnwache hatte bereits alles im Vorfeld organisiert. Josef Baumann vom Ellwanger Friedensforum begrüßte die Gäste via Internet und betonte: "Mit der Friedenskundgebung und dem Ostermarsch wollen wir ein deutliches Zeichen für eine Kultur des Friedens setzen und es ist in der gegenwärtigen Pandemie das Gebot der Stunde."

Der ehemalige Ellwanger evangelische Pfarrer Ravinder Salooja sprach aus Leipzig. Er griff das Motto des Ostermarsches auf: "Frieden schaffen ohne Waffen – Atomwaffen sofort abschaffen". Noch immer lagern in Büchel in der Eifel atomare Fliegerbomben. Indien, Pakistan und Nordkorea führten gefährliche Atomwaffen-Tests in jüngster Vergangenheit durch. Die Kernspaltung diene nicht dem Leben. Sie fördere vielmehr den Tod, bemerkte Salooja.

Carola Moser thematisierte den Atomwaffenverbotsvertrag, der am 22. Januar in Kraft getreten ist. "Er setzt ein starkes Zeichen gegen die 14 000 Atomsprengköpfe weltweit. Insgesamt haben 122 Staaten für die Annahme des Verbotsvertrages gestimmt. Deutschland und die Atomwaffenstaaten sind dem Vertrag jedoch nicht beigetreten.

Joachim Glaubitz, Referent Flucht/Asyl vom Caritasverband der Diözese Rottenburg Stuttgart, griff die Flüchtlingsnot auf der ganzen Welt auf. Derzeit befänden sich 70 Millionen Menschen auf der Flucht, wovon viele auf dem Weg nach Europa seien. "Tausende Geflüchtete leben zum Beispiel in Griechenland in katastrophalen menschenunwürdigen Zuständen", so Glaubitz.

Der ehemalige IG-Metaller Roland Hamm zeigte durch Beispiele aus der Vergangenheit auf, wie Tarifkonflikte friedlich gelöst werden können und zog Parallelen zu politischen Auseinandersetzungen und die Frage, wie man respektvoll miteinander umgeht, ohne dass Streit eskaliert.

Die Klimahelden, eine Projektgruppe des Ellwanger Jugendzentrums, beteiligten sich mit einem Beitrag an der Kundgebung. "Durch die Klimakrise kann der Frieden nicht erhalten bleiben. Wir verschwenden Unmengen an Ressourcen und irgendwann wird man sich um sie streiten", erklärte Mia Dauser von den Klimahelden.

Karin Böhme vom Aktionsbündnis Mahnwache schließlich zitierte aus einem Text von Erich Kästner, der zur Mitverantwortung für all das, was in unserer gemeinsamen Welt geschieht, mahnt.

Komponist Fritz Baltruweit sang das Lied zum Ostermarsch.
Carola Moser thematisierte den Atomwaffenverbotsvertrag.

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL