Probleme mit Eichen in Einzellage

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Nahezu kahl gefressen vom Eichenprozessionsspinner ist diese Gruppe von Eichen zwischen Ellwanger Schloss und Rattstadt.
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Baumkontrolleur Felix Rettenmeier ist derzeit mit dem Eichenprozessionsspinner stark beschäftigt. Obwohl die Stadt alles tut, um die Menschen zu schützen, bleibt ein gewisses Risiko.

Ellwangen

Der kalte Frühling hat ihnen nichts anhaben können: Die Entwicklung der Eichenprozessionsspinner hat sich lediglich um zwei bis drei Wochen verzögert. Derzeit ist das Insekt im Raupenstadium und frisst ganze Baumgruppen kahl.

Gefährlich für Mensch und Tier sind die Brennhaare, die sich mit der Häutung der Raupen verbreiten. Sie verursachen Hautreizungen oder sogar asthmatische Anfälle, wenn sie eingeatmet werden.

Den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner hat in Ellwangen der Baumkontrolleur Felix Rettenmeier aufgenommen. Im städtischen Baumkataster hat er rund 670 Eichen gelistet, die schon einmal vom Eichenprozessionsspinner befallen waren. Die einzige Waffe, die ihm gegen das Insekt bleibt, ist die chemische Keule. Wenn man befallene Bäume im Frühjahr behandelt, lässt sich das Schlüpfen der Raupen verhindern.

Erfolgreich ist die Behandlung allerdings nur in einem ganz bestimmten Entwicklungsstadium, in einem engen Zeitfenster von zwei bis drei Wochen. Dann muss auch auch noch geeignete Witterung herrschen.

„Die Bekämpfung stand dieses Jahr auf der Kippe. Wir haben dann aber doch noch 375 Bäume spritzen können“, berichtet Rettenmeier. Um den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen, hat die Stadt eine Eiche als „Versuchsbaum“ ausgewählt, an dem die Entwicklung der Insekten, die bereits im September ihre Eier in die Triebspitzen ablegen, ganz genau beobachtet wird.

Damit beteiligt sich die Stadt auch an einem Monitoring des Landkreises, das von der forstlichen Versuchsanstalt begleitet wird.

Die chemische Behandlung, die eine Fremdfirma ausführt, sei durchaus erfolgreich. Doch die Zahl der befallenen Bäume sei viel zu hoch, um überall eingreifen zu können. „Wir haben die Eichen in Kategorien eingeteilt, bezüglich der Gefahr, für die Menschen, wenn dort ein Befall vorliegt“, erklärt Rettenmeier. Nur wo viele Menschen sind und wo es technisch möglich ist, wird gespritzt beziehungsweise abgesperrt und gewarnt. Bei akuter Gefahr veranlasst die Stadt die Absaugung von befallenen Eichen. In Waldgebieten greift die Stadt nicht ein.

Die starken Gewitter haben einzelne Raupen und ganze Nester von den Bäumen geweht. Letztlich sei jeder aufgefordert, vorsichtig zu sein und dem Tier aus dem Weg zu gehen.

Wir haben 375 Eichen spritzen können.“

Felix Rettenmeier, Baumkontrolleur

Kein Picknick unter befallenen Eichen

Wer mit offenen Augen durch die Landschaft geht, erkennt die vom Eichenprozessionsspinner befallenen Eichen an den kahl gefressenen Stellen und den Nestern mit den lebenden Raupen. Schwieriger zu identifizieren sind die verlassenen Nester, die immer noch Brennhaare enthalten. Unter befallenen Bäumen sollte man kein Picknick machen und auch Kinder nicht spielen lassen. Mit etwas Vorsicht kann man mit dem Eichenprozessionsspinner leben. Die Stadt kann keinen völligen Schutz vor dem Eichenprozessionsspinner bieten, sowenig wie vor anderen Insekten wie Bienen oder Wespen. gek

Warntafel und abgesperrter Bereich beim Kindergarten Schrezheim: Ein Restrisiko bleibt.
Ein Nest mit Raupen des Eichenprozessionsspinners an der Unterseite eines Astes: Die Brennhaare sind gefährlich.

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