Protest gegen Ricarda Lang in Ellwangen hat ein Nachspiel

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Am Hintereingang des "Taj Mahal" riefen die Demonstrantinnen und Demonstranten "Kriegstreiber", als Ricarda Lang ankam.
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Wie Bürgermeister Volker Grab bestätigt, wurden Strafanzeigen gegen zwei Männer wegen Beleidigung und Volksverhetzung erstattet.

Ellwangen

Die nicht angemeldete Demonstration vor dem Taj Mahal vor und während der Veranstaltung mit Ricarda Lang hat ein juristisches Nachspiel. Wie Bürgermeister Volker Grab bestätigt wurde gegen zwei Personen Anzeige erstattet. Ein Mann aus Ellwangen hat im Saal während des Vortrags der Politikerin gesagt "die gehören alle aufgehängt" und bekam daraufhin Lokalverbot. Anzeige erstattete der Veranstalter. Zu Volker Grab, der mit Ordnungsamtsleiter Thomas Steidle als Amtsperson vor Ort war, sagte ein anderer "grüner Nazi". Auch gegen diesen Mann, der aus einer Ostalbgemeinde stammt, ermittelt die Polizei.

Was den Ellwanger Landwirt erwartet, der sein Traktorgespann durch die Polizeiabsperrung direkt vor das Lokal fuhr, werde noch geprüft: "Es ist noch nicht klar, ob das nur als Ordnungswidrigkeit geahndet wird, oder ob auch hier Anzeige erstattet wird", sagt Volker Grab.

Dass die Menge "Kriegstreiber" skandierte und ein Schild "Frieden schaffen ohne Waffen" hochgehalten wurde, sieht Grab nicht als Beweis, dass tatsächlich Mitglieder der Friedensbewegung demonstrierten. "Nach unseren Erkenntnissen waren Menschen aus dem Umfeld der Montagsspaziergänger versammelt, auch Reichsbürger und dann eben die Landwirte vom LSV." Nach Erkenntnissen der Stadt hätten sich viele der Demonstrationsteilnehmer am Vorabend abgesprochen, als Ricarda Lang beim alternativen Volksfestauftakt sprach. Auch dort gab es Proteste. Entsprechend sah man neben Einheimischen auch Leute aus dem Raum Crailsheim und Schwäbisch Hall in der Menge.

Das aggressive Auftreten der Demonstranten hat Volker Grab und auch viele andere Kommunalpolitiker nachhaltig erschüttert. Muss künftig die Polizei bei jeder politischen Veranstaltung mit verstärkten Kräften bereit stehen? Beispielsweise am 6. Oktober, wenn Roderich Kiesewetter im HG zum Krieg in der Ukraine spricht? Volker Grab: "Wir sind sehr besorgt nach den Ereignissen vom Freitag und werden uns auf jeden Fall vorher mit der Polizei beraten."

Der Ellwanger Bürgermeister sagt, man sei von den Demonstrationsteilnehmern enttäuscht, weil die Stadt bei anderen Veranstaltungen dem LSV wie auch den Montagsspaziergängern entgegen gekommen sei. "Wir haben, anders als beispielsweise Crailsheim, die Montagsspaziergänge nie unterbunden und dem LSV haben wir beim Kalten Markt 2020, als Kretschmann da war, sogar den Protest mit grünen Kreuzen erlaubt."

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