Saal statt Garten: Sieben Paare heiraten in Ellwangen

  • Weitere
    schließen
+
Saal statt Garten: Bei den Trauungen am Samstag im Palais Adelmann waren bis zu 25 Personen anwesend. Nach wie vor müssen die Gäste die abstandsregeln beachten.

Die im Palaisgarten geplanten Trauungen brauchten am Samstag wetterbedingt ein Dach - und coronabedingt Mindestabstand. Schön war's trotzdem.

Ellwangen

Wenig kooperativ zeigte sich der Himmel beim ersten Gartenhochzeitstag dieses Jahr in Ellwangen: Die für Samstag im Areal beim Palais Adelmann angedachten Trauungen fielen buchstäblich ins Wasser; kalt war es außerdem. Sieben Hochzeitspaare und deren Gäste machten jedoch das Beste aus der unfreundlichen Witterung.

2019 von der Stadt Ellwangen als Novum eingeführt, gingen die Trauungen im Palaisgarten im vergangenen Jahr problemlos über die Bühne. Der Auftakt 2020 gestaltete sich komplizierter: Bis zum letztmöglichen Zeitpunkt hatten Jürgen Schäfer und Thomas Steidle als verantwortliche Standesbeamte auf besseres Wetter gehofft und entsprechende Apps geprüft.

Saal statt Garten

Vergebens, die Trauungen mussten alle in den Vortragssaal im zweiten Stock des Palais verlegt werden. Froh waren die beiden Standesbeamten aber darüber, dass die Zeremonie der Eheschließung inzwischen doch in wesentlich größerem Kreise erfolgen darf als noch vor vier Wochen. Da hatten das Coronavirus und die begleitenden Beschränkungen noch jegliche Feierlichkeiten auf Kleinstformat reduziert: "Zu der Zeit haben wir Trauungen mit nur insgesamt vier Personen machen dürfen", erinnert sich Jürgen Schäfer. "Einem Standesbeamten blutet da das Herz."

Die neuen Regelungen sähen vor, dass jede Verwaltung selbst entscheiden dürfe, wie viele Menschen bei einer Trauung zugelassen seien, erläuterte Thomas Steidle die aktuellen Vorgaben. Eine nach wie vor zentrale Forderung ist noch immer der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Gästen. Das reguläre Trauzimmer hätte es nicht erlaubt, die Auflagen zu erfüllen.

Im Vortragssaal gelang dies jedoch gut, und so fanden dort am Samstag bis zu 25 Menschen Platz, ebenso ein Klavier für musikalische Darbietungen und nicht zuletzt auch die wunderbare Blumendekoration, für die auch in diesem Jahr wieder Regula Sturm verantwortlich war.

Das Besondere in einer Ehe ist die Gewissheit, hier ist jemand, der mir zuhört und der mich versteht.

Jürgen Schäfer Standesbeamter

Zu den sieben Paaren, die mitsamt ihren Gästen die mit rotem Teppich belegten Stufen durch das beeindruckende Treppenhaus des Palais Adelmann erklimmen durften, gehörten am Samstag auch die 24-jährige Viktoria Konle und ihr vier Jahre älterer Partner Kevin Fischer. Kennengelernt hat sich das Paar aus Ellenberg im Januar 2014 beim Kösinger Nachtumzug.

Dass die beiden seither durch viele gemeinsame Unternehmungen, aber auch durch Bewältigung so mancher Herausforderungen und Schicksalsschläge ein solides Fundament für ihre Ehe geschaffen haben, führte Jürgen Schäfer in seiner sehr persönlichen und einfühlsamen Traurede aus.

Hoffnungen und Gedanken

"Das Besondere in einer Ehe sind nicht die kleinen oder großen gegenseitigen Aufmerksamkeiten. Das Besondere ist die Gewissheit, hier ist jemand immer für mich da, dem ich meine Hoffnungen, tiefsten Gedanken, Ängste und Träume mitteilen kann, der mir zuhört und der mich versteht", erläuterte der Standesbeamte, der selbst schon seit vielen Jahren glücklich verheiratet ist.

Musikalische Darbietungen aus dem Familienkreis rundeten die Zeremonie am Samstag ab. Auch die Braut selbst überraschte ihren künftigen Ehemann mit einem wunderschönen Liebeslied, das manche Besucher im Saal die eine oder andere Träne wegwischen ließ. Bei so viel Romantik spielte das schlechte Wetter letztlich keine große Rolle mehr.

Charlotte Braig

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL