Schönenbergkirche: erster Gottesdienst nach Corona-Pause

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Wie die Gläubigen die erste Messe seit Mitte März feiern und was sich durch Corona alles verändert hat.

Ellwangen

Es ist Samstag, 14 Uhr, als bei Pater Wolfgang Kindermann das Telefon zu läuten beginnt. Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Schönenberg bei Ellwangen darf nach wochenlanger Abstinenz wieder Gottesdienste ausrichten, doch eine Anmeldung ist vorher Pflicht.

Kindermann notiert sich die Namen. Die Vorgaben sind streng, im unteren Bereich der Kirche dürfen 44, auf den Emporen 24 Personen Platz nehmen.

Sonntag, 10:30 Uhr, Muttertag. Die Wallfahrtskirche thront über Ellwangen, als ein paar wenige Autos den Parkplatz bei dem Gotteshaus ansteuern.

Alfred Briel vom Kirchengemeinderat (KGR) steht vor dem Südeingang mit einem Klemmbrett. Seinen Kopf ziert durchsichtiger Schutz aus Kunststoff.

"Ein Mundschutz ist in der Kirche erwünscht, aber nicht vorgeschrieben", erklärt er den Herannahenden – die meisten haben diesen schon parat. Er schaut auf seiner Liste nach und übergibt im Inneren des Gebäudes an Werner Schuster, ebenfalls vom KGR, der die Personen an ihren Platz geleitet. Mit Stefan Uder sind es drei Ordner, die schauen, dass alles glatt läuft.

Zwei Meter müssen zwischen allen Gästen liegen, außer sie sind als Familie gekommen. Links und rechts vom Eingang gibt es Spender mit Desinfektionsmittel.

Wenn wir so weitermachen, können wir das Ganze schaffen.

Jens Bartsch, Pater

Als Pater Jens Bartsch den Altarraum betritt, macht er in seiner Ansprache keinen Hehl daraus, dass diese Art des Gottesdienst auch für ihn komisch ist.

"Am 15. März haben wir das letzte Mal Gottesdienst gefeiert, es ist seltsam, trotzdem freue ich mich", betont er. Dann schlägt Der Pater den Bogen zur aktuellen Situation. Bartsch zeigt sich besorgt über aufkeimende Verschwörungstheorien. "Die, die diese Maßnahmen bestimmen, haben nur Nachteile davon", betont er. Es sei wichtig, vernünftig zu denken und zu handeln, nimmt er die Gemeindemitglieder in die Pflicht.

Die Orgel ertönt, die Kirchenglocken läuten – es ist ein bisschen Normalität im Gottesdienst, denn Singen ist wegen Aerosolen nicht erlaubt und so hört man nur das Echo der Besucher beim gemeinsamen Beten.

Anstatt "Friede sei mit dir", hält Bartsch die Besucher dazu an, "ein Lächeln des Friedens zu schenken". Auch die Kommunion ist anders. Die Hostien werden ausgeteilt und mit einer Zange überreicht.

Nach rund 45 Minuten endet der Gottesdienst und begleitet von der Orgel verlassen die Gäste die Kirche geordnet aus dem Süd- und Nordeingang. "Alle waren sehr diszipliniert", ist Werner Schuster zufrieden, als er die große Türe schließt.

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