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Ein schwäbischer Italiener in Ellwangen

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Gastronom, Pizzabäcker und Familienmensch mit Leib, Seele und Leidenschaft: Giovanni Palminteri betreibt seit 30 Jahren das Le Palme in Ellwangen.
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Giovanni Palminteri betreibt seit 30 Jahren mit Erfolg das Ristorante Le Palme in der Pfarrgasse.

Ellwangen. Das Leben ist Veränderung. Wenn das einer weiß, dann ist das Giovanni Palminteri. Der 59-Jährige ist Gastronom, Pizzabäcker und Familienmensch mit Leib, Seele und Leidenschaft.  Ellwangen hat der schwäbische Italiener 1992 für sich entdeckt – seitdem betreibt er hier in der Pfarrgasse 2 gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth das Ristorante Le Palme. 

30 Jahre an einem Fleck –  30 Jahre in Ellwangen. Das hätte sich Palminteri in jungen Jahren vermutlich nicht träumen lassen. Der Mann, der sich viermal getraut hat und Vater von vier Kindern ist, war früher das, was man gemeinhin als umtriebig bezeichnet. Ein echter Hansdampf. Seine beruflichen Stationen lassen sich nicht an einer Hand abzählen, auch nicht an zweien.

Wobei der gebürtige Esslinger mit italienischem Pass schon sehr früh, als 12-jähriger Bub, wusste, was er nach der Schule einmal werden will: Gastronom – konkret: Pizzabäcker. Den Impuls dazu hatte er in einer kleinen Pizzeria in Geislingen  erhalten – bei „Onkel Renato“. Hier kam der kleine Giovanni zum allerersten Mal überhaupt in den kulinarischen Erstkontakt mit einer Pizza. Er war sofort hin und weg.  Seine Mama habe zuhause zwar auch italienisch gekocht, erzählt Giovanni Palminteri.  Es gab reichlich Pasta und Gemüse - aber nie Pizza. „Das war damals, in den 70ern, noch exotische Küche in Deutschland“, erinnert sich ein schmunzelnder Palminteri heute. 

Nach einigem Bitten und Betteln hätten ihm die Eltern schließlich erlaubt, in der Küche der Pizzeria auszuhelfen. Der Chef des Hauses und spätere Ziehvater Palminteris, Silvio Torretta, ließ ihn anfangs nur Teller waschen, weihte ihn dann aber nach und nach auch in seine Pizzabäckergeheimnisse ein. Giovanni Palminteri war so fasziniert, dass er – wenn er sich unbeobachtet wähnte – heimlich übte. Dazu nahm er ein, zwei Teiglinge aus der Kühlung und experimentierte, wie sich die beste Teigkonsistenz herstellen ließ. Der Chef habe sich immer gewundert, warum nicht alle Teiglinge gleich aussahen und in gleicher Art und Weise aufgingen. „Aber ich bin nie aufgeflogen“, erzählt Palminteri, der sich nach dem Ende der Schulzeit schließlich zum Koch und Restaurantfachmann ausbilden ließ. Und zwar an einer Fachschule in Neapel. Als die Stadt der Pizza, Pasta und Camorra 1980 durch ein schweres Erdbeben erschüttert wurde, kehrte Palminteri nach Deutschland zurück, um hier seine Ausbildung an der Industrie- und Handelskammer zu beenden. Danach folgten zahllose berufliche Stationen – mal als Oberkellner eines schwäbischen Edellokals, mal als Betreiber einer Tennisvereinsgaststätte, mal als Koch eines venezianischen Restaurants, mal als geschäftsführender Teilhaber einer italienischen Feinkostkette. 

Gerne wäre Palminteri, der laut eigener Aussage schwäbisch schwätzt, aber italienisch denkt, dauerhaft nach Italien gegangen. „Die Kultur und Mentalität sind mir einfach näher“, sagt der 59-Jährige. Am Ende seien es dann aber immer familiäre Gründe gewesen, die in zurück nach Deutschland gebracht hätten. Seine Mutter und später seine Kinder habe er einfach nicht zurücklassen können. 

Und so landete Palminteri 1989 schließlich auf der Ostalb. In der Aalener Bahnhofstraße, direkt neben der Schwäbischen Post, eröffnet er das erste Le Palme – angelehnt an seine sizilianischen Familiennamen. Später dann noch das Bistro Buggati und das Pizzahaus. 

1992 expandiert Palminteri nach Ellwangen.  Als er in der Stadt, die ihm bis dahin überhaupt kein Begriff war, eine ziemlich lauschige, aber leerstehende Lokalität in der Badgasse entdeckte, war für ihn klar: „Dieses Restaurant muss ich haben.“  Und so wurde das „Le Palme“ dank Palminteri zur allerersten Pizzeria in der Ellwanger Fußgängerzone. Heute ist es der Betrieb, auf den sich Palminteri konzentriert. Seine anderen Läden in Aalen hat er zwischenzeitlich ab- oder aufgegeben.  

Ellwangen, sagt Palminteri, sei für ihn nicht immer leichtes Pflaster gewesen.  Er haben hier Rezessionen mitgemacht, Großbaustellen überlebt und die Corona-Krise gemeistert. Jetzt sorge der Krieg in der Ukraine für neue Probleme. Aber auch das werde er überstehen, ist Palminteri überzeugt: „Weil ich gut bin und weil die Leute mein Essen schätzen.“ Sein Geheimnis sei, dass er kein Geheimnis habe. In der Küche setze er auf gutes, solides Handwerk.  In seinen Pizzateig komme Mehl, Hefe, Wasser und Salz. Das war’s. Von „irgendwelchen Sperenzchen“, mit Ei oder Bier im Pizzateig, hält Palmenteri, der im Le Palme selbst am Herd steht, überhaupt nichts. 

Auch beim Würzten mag er es schlicht. Salz und Pfeffer reichen. Geschmacksverstärker haben beim ihm keine Chance. „Das war von Anfang an meine Devise. So etwas kommt mir nicht in die Küche.“ 

Seine Gäste danken es ihm. Zu den größten Rennern im Le Palme zählen neben den Pizzen vor allem Palmenteris selbst kreierte Rigatoni Le Palme mit Champignon und Schinken. Die gibt es beim ihm auch preisgünstig auf die Hand – in einer Pastabox für vier Euro.

Aber das Le Palme kann auch exklusiv. So stehen zum Beispiel auch Rumpsteak à la Robespierre oder Seezunge mit grünem Salat und Pizzabrot auf der Speisekarte. Wer dazu gerne einen guten Tropfen kredenzt haben möchte, ist im Le Palme durchaus auch an der richtigen Adresse. Neben beliebten Klassikern, wie Pinot Grigio oder Montepulcino, kann man hier auf Wunsch auch einen alten Tignanello  aus dem Jahr 2006 genießen. Das muss man sich allerdings auch was kosten lassen – der Preis pro Flasche liegt bei 250 Euro.  Prominente Gäste, wie etwa die Kelly Family, der mittlerweile verstorbene Staranwalt Rolf Bossi oder auch der bekannte BBC-Moderator Chris Moyles wussten diese Auswahl zu schätzen.


Gut zu wissen

Beliebt: Alle Pizzen sowie Palminteris selbst kreierte Rigatoni Le Palme für zehn Euro.

Das Schmankerl: die Combinazione di Pasta,  das sind drei verschiedene Nudelgerichte auf einem Teller serviert; Preis 11,50 Euro. 

Das günstigste Gericht: Pizza Napoli für acht Euro.

Das teuerste Gericht: die Seezunge mit grünem Salat und Pizzabrot für 24,50 Euro.

Plätze: jeweils rund 55 Plätze innen und außen.

Öffnungszeiten: täglich, außer montags, von 11 bis 14 Uhr und von 17.30 bis 22 Uhr. Im Winter ist auch der Sonntag Ruhetag.

Wichtig zu wissen: Das Bier kommt von der Löwenbrauerei Wasseralfingen und von Erdinger Weißbräu.

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