Seit 40 Jahren gibt es die PTA-Schule in Ellwangen

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Im Galenik-Labor des Kreisberufsschulzentrums stellt eine Schülerin eine medizinische Salbe mit pflanzlichen Zusatzstoffen her.
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Die pharmazeutisch-technischen Assistentinnen lernen ihren Beruf im zweijährigen Berufskolleg.

Ellwangen. 40 Jahre Tradition hat die Ausbildung der pharmazeutisch-technischen-Assistentinnen (PTA) am Ellwanger Kreisberufsschulzentrum (KBSZ). Bis heute sind es überwiegend Frauen, die später als Apothekenhelferinnen eine verantwortungsvolle Tätigkeit übernehmen, beim Bedienen der Kunden und im Labor bei der Herstellung von Medikamenten. Sie arbeiten selbstständig unter der Aufsicht eines Apothekers oder einer Apothekerin.

Als 1981 die zweijährige Berufsfachschule für PTA an der gewerblich-kaufmännischen Schule in Ellwangen eröffnet wird, herrscht ein erheblicher Mangel an Schulplätzen für den 1968 eingeführten neuen Apothekenberuf. Im Regierungspräsidium Stuttgart gibt es nur die Kerschensteiner-Schule in Stuttgart und die Privatschule Binder, wo die Plätze sechsfach überzeichnet sind.

Im ersten Jahr werden 27 Schülerinnen von zwei Fachkräften (ein Apotheker und eine Lehrerin für Biologie und Chemie) unterrichtet. Unterstützung kommt von den Apothekern Krombholz und Leutheuser. „Die Ellwanger Apotheker unterstützten die Schule von Beginn an, weil sie verstanden hatten, dass hier die Versorgung mit Fachkräften sichergestellt wird“, sagt Peter Lehle. Der ehemalige Schulleiter des KBSZ ist der „Vater der PTA-Schule“, unter ihm wird die Ausbildung fachlich auf ein hohes Niveau geführt.

Seit 1991 finden Fortbildungen für die PTA-Alumnis statt, 1992 wird sogar eine eigenständige Fachabteilung geschaffen. 1994 gibt es erstmals zwei Parallelklassen. Seitdem sind es jährlich rund 60 Schülerinnen und Schüler an der PTA-Schule.

Seit Juli 2002 finden Zytostatika-Fortbildungen statt, die einzige derartige Weiterbildungsmöglichkeit im deutschsprachigen Raum.

2004 werden neue Laborräume eingerichtet, darunter auch ein Zytostatika-Labor. Seit 2009 werden im Rahmen eines EU-Programms PTAs zu einem sechsmonatigen Praktikum an die Universität Reading in Großbritannien entsandt. Die Kooperation findet bis heute statt, die Ellwanger Absolventinnen sind wegen ihrer technischen Fähigkeiten an der Universität hoch angesehen. Gerhard Königer

Info: Am Freitag, 12. November findet im Kreisberufsschulzentrum Ellwangen eine PTA-Fortbildung statt zum Thema „Impfen oder lassen - von der Theorie zur Anwendung“. Um 19 Uhr spricht Prof. Dr. Theo Dingermann im Festvortrag über „mRNA - eine neue faszinierende Wirkstoffklasse - von Corona bis Krebs. Mehr Informationen finden Sie unter www.pta-schule-ellwangen.de.

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