Servicepoint am Bahnhof auf der Kippe

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Der Bahnhof Ellwangen gehört der Bayrische Liegenschaften GmbH.
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Die Zukunft des Fahrkartenschalters am Bahnhof Ellwangen ist ungewiss. Das Nahverkehrsunternehmen Ostalb Mobil hat gleich zwei Kündigungen erhalten.

Ellwangen Der Servicepoint am Bahnhof Ellwangen, der im April 2019 nach langen Verhandlungen und finanziellen Zusagen von Land, Kreis und Stadt erhalten bleiben konnte und seitdem neben Auskünften die Fahrkarten für den Schienenfernverkehr, -nahverkehr und den kreisweiten Verbund im Omnibusverkehr verkauft, steht erneut auf der Kippe. Wie bei einem Pressegespräch im Rathaus deutlich wurde, haben Go Ahead und die Bayrische Liegenschaften GmbH, Besitzerin des Ellwanger Bahnhofs, die Verträge mit Ostalb Mobil gekündigt.

Bürgermeister Volker Grab, Paul-Gerhard Maier, Geschäftsführer OstalbMobil und Thomas Wagenblast, beim Landkreis zuständig für den öffentlichen Personennahverkehr, sind nun einigermaßen ratlos. "Unser erklärtes Zielt ist es, am Bahnhof einen personenbedienten Service für die Schienen- und Busreisenden zu haben", sagt Volker Grab. Die Gespräche mit Go Ahead und DB Vertrieb seien allerdings bislang ergebnislos. Was man erfahren habe: die beiden Schienenverkehrsunternehmen planen offenbar eine engere Zusammenarbeit. GoAhead suche nach einer Vertriebslösung mit DB Vertrieb und der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg im Bahnhof, habe man ihm gesagt, berichtet Grab.

Ob damit lediglich eine Automatenlösung oder ein Schalter mit echten Personen gemeint ist? Man weiß es nicht. Und gemeinsame Sache mit dem Bussektor will man offenbar nicht mehr machen. Gerade das sei aber die Stärke der Ellwanger Lösung gewesen, die sich Stadt, Kreis und Land 20 000 Euro im Jahr kosten ließen. Volker Grab: "Die Fahrgäste hatten am Bahnhof eine Anlaufstelle, die hervorragend umgesetzt wurde. Schiene und Bus unter einem Dach, das brauchen wir auch in Zukunft. Vor allem mit Blik auf die Landesgartenschau 2026."

Die drei Damen am Schalter von OstalbMobil waren kompetent, freundlich und belastbar. "In den letzten Wochen waren sie auch Blitzableiter für den Unmut der Schienenreisenden während dem Streik", erklärt Maier. Trotzdem musste er alle drei Mitarbeiterinnen zum Jahresende freistellen, weil mit der Kündigung der Fläche im Bahnhof und des Vertrags mit GoAhead die komplette Geschäftsgrundlage weggefallen sei.

Derzeit ist der Servicepoint wegen Krankheit geschlossen, verkündet ein Schild am Bahnhof. Weil auch die Bäckerfiliale geschlossen ist, bietet die Schalterhalle des Ellwanger Bahnhofs momentan ein tristes Bild. Wer Zugfahrkarten braucht, muss zum Reisebüro Singvogel in die Innenstadt gehen, offizieller Partner von GoAhead und DB Vertrieb. Fahrscheine für den Bus bekomme man in der Regel beim Fahrer, Monats- oder Jahreskarten könne man vorübergehend in der OstalbMobil-Servicestelle im oberen Brühl bekommen. Das Unternehmen wolle aber unbedingt im Stadtzentrum präsent bleiben, beteuert Maier.

Alle Hoffnung haben die Verantwortlichen bei der Stadt und dem Ostalbkreis noch nicht aufgegeben: "Wir versuchen weiter, die Partner zusammenzubringen und eine Lösung zu finden, wie es 2019 ja schon einmal gelungen ist", sagt Thomas Wagenblast.

Auch bei der SPD-Fraktion im Ellwanger Gemeinderat schrillten die Alarmglocken. Fraktionssprecher Herbert Hieber stellte den Antrag über die Zukunft des Servicepoint am Bahnhof und die Zukunft des Bahnhofgebäudes im Gemeinderat zu informieren und zu diskutieren. Dem Antrag werde selbstverständlich entsprochen, meinte Volker Grab: Das wird Thema im Verwaltungsausschuss sein und im Gemeinderat und ich vermute auch im Kreistag." Gerhard Königer

Die SPD-Fraktion im Ellwanger Gemeinderat stellt den Antrag, den Service-Point im Ellwanger Bahnhof zu erhalten.

Der Servicepoint am Bahnhof Ellwangen: wegen Krankheit geschlossen.

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