Sind Dorf-Apps ein Wunsch?

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digital composite of hand holding smartphone with vignettes

Ideen, wie Digitalisierung Chancen und Lebendigkeit in die Jagstregion bringen könnten.

Ellwangen. Die Jagstregion will sich für eine weitere Runde im europäischen Förderprogramm Leader bewerben. Und ist nun dabei zu eruieren, wo es Sinn macht, Schwerpunkte zu setzen. In Workshops, Online-Veranstaltungen und Gesprächen mit allen, denen ihre Heimat und deren Entwicklung am Herzen liegt, wird gesammelt, abgeklärt, gefiltert. Bei der Gesprächsrunde am Montagabend lag der Schwerpunkt auf dem Thema Digitalisierung. Hier sind in Sachen Breitbandausbau die Gemeinden selbst am Zug - finanziell kräftig unterstützt von Bund und Land.

Melanie Darger vom neulandplus-Regionalbüro in Schrozberg und ihr Kollege Hannes Bürckmann haben aber eine Menge Ideen unter der Überschrift „Vital und digital“, welche Chancen im Bereich der Digitalisierung liegen könnten - falls gewünscht. Es gehe darum, innovative Technologien auf den konkreten Bedarf auszurichten.Wie schaut's aus mit Car-Sharing-Apps, einer Videosprechstunde mit einem Arzt – fürs erste Abklären nur -, wenn's mit der ärztlichen Versorgung auf dem Land eng wird? Haben Frauen – aber nicht nur die -Bedarf an Co-Working-Räumen, die berufliche Entwicklung erleichtern? Also sich mit anderen zusammentun, ein gemeinsames Büro nutzen, Kosten senken, sich eventuell gegenseitig unterstützen? Wünscht eine Gemeinde eine eigene Dorf-App? Bringt die das Dorf wieder mehr zusammen? Kann dort fix abgeklärt werden, ob jemand was von Oma Erna weiß? Oder verhindert sie, dass einer sich verantwortlich fühlt und bei Oma Erna klingelt, weil heute morgen um 8 nicht wie sonst das Licht anging?

Selbst macht Darger gute Erfahrungen mit vereinsinternen Apps. Sieht aber auch hier den Bedarf. Dass die, die neue Technologien nutzen können sollen, dafür auch geschult werden. Mit Kursen für Senioren beispielsweise. Oder regionale Geschäfte, Gaststätten, Cafés, denen mehr Internetpräsenz Kunden verschaffen könnte. „Wir müssten dann schon befähigen, die Digitalisierung aktiv anzugehen.“ Insgesamt ist Darger und Bürckmann wichtig: Rausfinden, „was die Leutewirklich wollen“. Sonst wird’s nicht angenommen und das Geld wäre anderswo besser investiert. pe

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