Situation in der LEA: Hygiene und Sicherheit ein Problem?

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Schild am Eingangsbereich zur Landeserstaufnahestelle für Flüchtlingen (LEA) in Ellwangen.
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Besucher klagen über schlechte Zustände in sanitären Einrichtungen in der LEA in Ellwangen. Leitung äußert sich.

Ellwangen. „Mich überrascht das jetzt“, sagt LEA-Leiter Berthold Weiß. Beschwerden gebe es: „Mal ist es der Reis, der nicht lange genug gekocht wird, mal ist es die Wartedauer bei der Ambulanz.“ Dafür gebe es in der LEA ein umfangreiches System, um Missstände zu melden. In Sachen Hygiene ist „seit einem halben Jahr niemand mehr auf uns zugekommen. Die Toiletten werden selbstverständlich vorschriftsmäßig zwei Mal täglich gereinigt.“ Der Reinigungsdienstleister habe ebenfalls nichts gemeldet.

Doch genau darüber beschweren sich Besucher der LEA. Bilder, die aus der Erstaufnahmestelle stammen sollen, zeigen Bilder von verunreinigten Toiletten, Fäkalien liegen auf dem Boden. „Das sind natürlich keine schönen Bilder“, räumt Weiß ein. Es zeige, dass regelmäßiges Reinigen nicht verhindere, dass die Notdurft auf den Boden gemacht wird“. Der aktuelle Zustand sei besser, „wenn auch nicht zufriedenstellend".

Auch der Kontakt zu Geflüchteten aus anderen Ländern besorge viele Ukrainerinnen, wie eine Dolmetscherin berichtet. In der LEA „wurden wir zig Mal angesprochen von anderen Herrschaften“, sagt Kateryna Bondarenko, „wir fühlten uns ziemlich bedroht, muss man ehrlich sagen“. Auch im Gebäude könne sie sich nicht vorstellen, dass sich Bewohner wohl fühlten, wenn Türen nicht abschließbar sind. „Ich weiß nicht, wie man da schlafen soll. Es ist mir einfach wichtig, dass die Leute, die so viel Leid ertragen haben, einen würdevollen Schlafplatz haben.“

„Die Räume in Erstaufnahmeeinrichtungen lassen sich in der Regel nicht abschließen, da ist die LEA Ellwangen keine Ausnahme“, antwortet die Leitung. Übergriffe unter den Bewohnern seien keine gemeldet worden. Belästigungen oder Bedrohungen könnten den verschiedenen Stellen in der LEA oder der Polizei gemeldet werden. „Wir achten sehr darauf, dass sich alle Menschen in der LEA sicher fühlen können.“ 

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