Slammen im Schafstall

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Lange erwartet: Der Poetry Slam feiert sein Comeback auf dem Schloss.

Ellwangen. Er war zurück, und er wurde gefeiert: Der Poetry Slam, eine feste Größe im Ellwanger Kultursommer. Wie oft, ist allerdings nicht ganz eindeutig. Ein Jahr fiel er coronabedingt aus, dafür gab es ihn in mindestens einem anderen Jahr doppelt. Auf jeden Fall feierte er in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum, beschlossen die Moderatoren des Abends, Johannes Elster und Alexander Willrich. Witterungsbedingt wich der Slam vom Kressbachsee aus in die Große Stallung, respektive Schafstall, auf dem Schloss.

Der Wechsel in diese Kulturscheune hatte dann auch zur Folge, dass der Wettstreit nicht wie sonst üblich durch Applaus und lautstarken Jubel entschieden wurde, sondern durch Wertungstafeln von null bis zehn, die von fünf Zuschauergruppen hochgehalten wurden. Das jeweils höchste und niedrigste Ergebnis wurde gestrichen. Wie groß der Hunger nach Kultur war, zeigte sich daran, dass bereits lange vor Beginn die 250 maximalen Karten ausverkauft waren und es keine Abendkasse im Schafstall gab. Auf Essen musste coronabedingt verzichtet werden, zudem herrschte Maskenpflicht.

"Wir hätten gut bis zu 600 Karten verkaufen können, so groß war die Nachfrage", bestätigte der Mitorganisator und Leiter der Ellwanger Stadtbibliothek, Johannes Effinger.

Sieben Teilnehmer waren in diesem Jahr am Start. Aus Leipzig reiste der thüringische Slam-Landesmeister Skog Ogvann an, Yannik Ambrusits kam aus Würzburg. Steven Mularczyk aus Erlangen, Marina Sigl aus Konstanz und die Tübinger Studentin Lena Stokoff komplettierten die Riege der Gäste von außerhalb, Louisa Heiss aus Ellwangen und Pfahlheims Ortsvorsteher Wolfgang Seckler hielten als Lokalmatadoren die Fahne Ellwangens hoch.

Die Slammer zeigten eine bunte Mischung ihres Könnens, von schwarzhumorig über lustig bis nachdenklich. Das Publikum goutierte es mit stillem Vergnügen.

Ins Finale schafften es der Würzburger Yannik Armbrusits und der Erlanger Steven Mularczyk, das der 20-jährige Armbrusits nach insgesamt fast drei Stunden Wettstreitabend für sich entschied. Im nächsten Jahr soll es unbedingtwieder einen Slam geben; da waren sich Publikum, Slammer und Organisatoren einig.

Jürgen Kunze

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