Sonnenschutz kostet nur Bruchteil der Schätzung

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Die Südfassade der Eugen-Bolz-Realschule: Der Sonnenschutz mit außenliegenden Jalousien muss erneuert werden.
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Neue Jalousien an der EBR bekommt die Stadt für 76 581 Euro. Kalkuliert waren 222 800 Euro.

Ellwangen. Die Preise am Bau steigen aktuell in den Himmel, weil Energie teuer, Rohstoffe knapp und manche Produkte aufgrund von abgerissenen Lieferketten gar nicht verfügbar sind. Immer wieder erleben Bauherren, dass die Ergebnisse der Ausschreibung deutlich über der Kostenschätzung liegen oder, noch schlimmer, dass gar kein Angebot abgegeben wird.

Ganz anders lag der Fall, der am Mittwochabend im Ausschuss für Bau- Umwelt- und Verkehr behandelt wurde. Ausgeschrieben waren die Sonnenschutzarbeiten an der Eugen-Bolz-Realschule. An der Südseite sind außenliegende Jalousien verbaut, die alt, teilweise defekt oder verbogen sind.

Im Zuge der Realisierung eines umfassenden Brandschutzkonzepts, wie es im vorigen Jahr am Hariolf Gymnasium umgesetzt wurde, sollen die Jalousien ersetzt werden. Das Architekturbüro ACT hatte aufgrund Materialmangels bei Aluminium die eigentlich erst 2023 geplante Erneuerung des Sonnenschutzes vorgezogen und beschränkt ausgeschrieben. Die Arbeiten sollen in den Sommerferien 2022 ausgeführt werden. Sieben Fachfirmen wurden zur Abgabe eines Angebots aufgefordert, doch nur eines ging ein: Die Firma Kaiser aus Aalen ist bereit, den neuen Sonnenschutz für die Bruttoauftragssumme von 76 581 Euro zu liefern und zu installieren.

Das Architekturbüro hatte mit Kosten von 222 800 Euro kalkuliert. Ist es möglich, dass ein Unternehmen den Auftrag für ein Viertel der geschätzten Summe ausführen kann? Zur Klärung habe man das Gespräch mit der Firma Kaiser gesucht, berichtete Bürgermeister Volker Grab in der Sitzung. Ergebnis: Es geht alles mit rechten Dingen zu, die Aalener Firma kann den Auftrag gemäß ihres Angebots ausführen. Offensichtlich schlagen die gestiegenen Materialkosten für Aluminium nicht in dem Maße auf die Hersteller von Sonnenschutz durch, wie das ACT befürchtet hatte.

Die berechneten Flächen hätten sich nur minimal verändert, beantwortete Elisabeth Balk, Leiterin des Stadtbauamts, eine entsprechende Frage von Hariolf Brenner.

Daraufhin stimmte der Ausschuss geschlossen für die Vergabe der Bauarbeiten an die Firma Kaiser.

Für die Arbeiten am Sonnenschutz sind Vorarbeiten weiterer Gewerke nötig. Die Vergabesummen sind jedoch unterhalb der Summe, für die eine Zustimmung des Gemeinderats nötig ist. Die Vergabe wird in der Zuständigkeit der Verwaltung vergeben. Insgesamt waren für die Erneuerung des Sonnenschutzes an der Eugen-Bolz-Realschule Gesamtkosten von 310 600 Euro kalkuliert. Gerhard Königer

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