Spedition Hirsch baut Halle für Gefahrstoffe

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Die Visualisierung zeigt links die bestehende und rechts die im Bau befindliche Halle für den Gefahrgutbereich. 10 Millionen Euro investiert die Spedition in das neue Standbein. Grafik: privat
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Als Logistikpartner für einen großen Batteriehersteller muss die Spedition Hirsch in dem neuen Gebäude besondere Sicherheitsvorkehrungen erbringen.

Ellwangen

Am Freitag war der nächste Spatenstich für eine Großinvestition im Industriegebiet Neunheim/Neunstadt. In der Ferdinand-Porsche-Straße, wo die Spedition Hirsch bereits vor vier Jahren eine große Halle errichtet hat, bereiten Bagger und Planierraupen den Grund für eine weitere Halle. Generalunternehmer ist erneut die Firma Franz Traub aus Aalen-Ebnat. Eugen Markus Hirsch investiert 10 Millionen Euro in das neue Gebäude, in dem auch Gefahrgut und Batterien gelagert werden können.

Diese zweite Halle war bereits vor vier Jahren geplant. Dann bot sich der Spedition die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit einem großen Batteriehersteller. Um welches Unternehmen es sich handelt, will Eugen Hirsch nicht sagen, doch letztlich kommt nur eine große Firma in Frage, die am Standort Ellwangen große Pläne verfolgt und für die Ausweitung der Produktion einen Logistikpartner braucht, der die Ausgangsstoffe und die fertigen Batterieprodukte lagern kann.

„Die zweite Halle wird aussehen wie die erste, doch hinter der Fassade werden sie sich grundlegend unterscheiden“, sagt Eugen Hirsch, der Oberbürgermeister hat die Teilbaugenehmigung gleich mitgebracht. Der Baugrund muss auf eine Tiefe von vier Metern befestigt werden. Dazu wurden bereits 8000 Kubikmeter Erdreich abgetragen. Der Hallenboden und der Vorplatz werden mit einer unzerstörbaren Folie versiegelt, die verhindern soll, dass im Schadensfall Chemikalien ins Erdreich gelangen. Ein Rückhaltebecken mit 500 Kubikmeter Volumen sichert Schäden durch kontaminiertes Löschwasser im Falle eines Brandes ab. Hinzu kommen weitere Sicherheitseinrichtungen im Inneren. Ein Teil der über 10 000 Palettenstellplätze wird gekühlt sein. Auch eine Sprinkleranlage ist vorgesehen, obwohl noch nicht klar ist, welche Stoffe letztlich gelagert werden sollen. So könne es durchaus sein, dass auch eine CO2-Löschanlage eingebaut wird, erklärt der Spediteur.

Das Hallendach soll mit einer großen PV-Anlage (750 KWP) belegt werden. Den eigenen Strom will die Spedition nutzen, um das Kühllager zu betreiben. Die Kühlung kann tagsüber erfolgen, wenn die Anlage Strom liefert.

Für das Ellwanger Familienunternehmen, auch der Seniorchef war beim Spatenstich dabei, ermöglicht die Zusammenarbeit mit dem Batteriehersteller ein neues Standbein und die dritte Halle eine Investition in die Zukunft. Im Januar wird mit Hannes Hirsch die nächste Generation in den Betrieb eintreten und schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Schaffung weiterer Lagerkapazitäten die richtige Entscheidung war. „Bevorratung wird immer wichtiger“, betont Eugen Hirsch. Seitdem im Zuge der Coronapandemie immer neue Lieferketten abreißen und Hersteller wochen- oder monatelang auf wichtige Bauteile für ihre Produktion warten, geht der Trend weg vom „Just in Time“-Prinzip.

„Sie beweisen Mut angesichts aktueller Baukostensteigerungen“, sagte Oberbürgermeister Michael Dambacher und gratulierte Eugen Hirsch zu der Entscheidung. Da bebaubare Fläche immer kostbarer wird, müsse künftig auch die Lagerhaltung weiter in die Höhe gehen. Entsprechende Leitlinien habe der Gemeinderat für den nächsten Abschnitt des Industriegebiets beschlossen und es gebe gute Beispiele für Hochregallager in Ellwangen.

Bevorratung wird immer wichtiger.“

Eugen Markus Hirsch, Geschäftsführer

Zahlen zur neuen Lagerhalle für Gefahrgut

108 auf 75 Meter lang und zehn Meter hoch sind die Außenmaße. 8000 Quadratmeter bebaute Fläche, 80 000 Kubikmeter umbauter Raum, über 10 000 Palettenstellplätze.

Verbaut werden in der neuen Halle 45 000 Kubikmeter Beton und 240 Tonnen Stahl.

Erster Spatenstich für die neue Gefahrguthalle im Industriegebiet Neunheim-Neunstadt der Spedition Hirsch.

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