Spirituell auf den Wegen von Pater Philipp Jeningen

+
Markus Krämer von der "action Spurensuche" (rechts) führte die Teilnehmer des spirituellen Stadtspaziergangs hinauf zum Hexenmahnmal am Galgenberg und schilderte die schrecklichen Ereignisse der damaligen Zeit.

Ein bewegender Spaziergang mit Station in der Heilig Geist Kirche und am Hexenmahnmal.

Ellwangen. Zu einem spirituellen Stadtspaziergang, als Einstimmung zur Seligsprechung des Jesuitenpaters Pater Philipp Jeningen, hatte die „action spurensuche“ eingeladen. In der Heilig Geist Kirche standen zuerst die Glasfenster von Sieger Köder im Blick. Danach ging’s weiter zum Hexenmahnmal am Galgenberg.

Das Wirken und Denken des „guten Pater Philipp“ hallt noch bis in die Gegenwart. Er wurde 1642 in Eichstätt geboren und war in Ellwangen, bis zu seinem Tode im Jahre 1704, als Volksmissionar tätig.

Auch heute noch wird er tief verehrt, wird in der Not um seine Fürsprache gebeten. Er ist für viele Menschen ein Vorbild, weil er das Evangelium den Menschen näher brachte. Seine Fürsorge für die Kranken, die Sakramentenspendung, die Beichte und Katechese bildeten die Schwerpunkte seiner unermüdlichen Missionstätigkeit.

In der Heilig Geist Kirche stimmten zu Beginn des spirituellen Spaziergangs Markus Krämer und Ursula Krämer mit geistigen Impulsen und Musik auf Pater Philipp Jeningen ein. „Der gute Pater Philipp fand stets ein Wort des Trostes für die bei ihm Hilfesuchenden. Es gilt als verbürgt, dass er Kranke und Sterbende mit Gottes Hilfe geheilt hat“, bemerkte Ursula Krämer. Am 16. Juli dieses Jahres wird er nun in der Basilika selig gesprochen.

Markus Krämer beschrieb nach dem gemeinsamen Singen des Philipp-Jeningen-Liedes, die von Sieger Köder gestalteten Glasfenster zur Ellwanger Kirchengeschichte in der Heilig-Geist-Kirche näher. Das Kirchenfenster mit dem Titel „Wirkung“ zeigt den Apostel Paulus im Vordergrund, wie er ganz in sich versunken an die Gemeinde Korinth schreibt, um ihn herum sind Gnadengaben dargestellt. Die Bildmeditation lud zur inneren Einkehr ein, zum Gedankenaustausch und einem Dialog mit Pater Philipp Jeningen.

Danach machten sich die Teilnehmer des spirituellen Stadtspaziergangs auf zum „Kreuz der Heimat“ am Galgenwald und weiter hinauf zum Hexenmahnmal.

Markus Krämer beschrieb die Wunden nach dem Dreißigjährigen Krieg, also der Zeit, in der Pater Philipp Jeningen lebte. „Es ist bekannt, dass Philipp Jeningen zwischen 1680 und 1704 viele Kreuze errichtete, als ein Zeichen seines tiefen Glaubens an Gott. Damals zu seiner Zeit waren das Land ausgeblutet und die Menschen verroht und auf der Suche nach einem festen Halt, die ihnen Jeningen gab.“

Durch Seuchen und klimatisch bedingte Missernten entstand um 1600 eine regelrechte Hysterie der Hexenverfolgung, die in Ellwangen zu extremen Ausmaßen führte. Alleine 1611 kamen an 17 Tagen insgesamt 130 Einwohner zu Tode.

Innerhalb weniger Jahre wurden 450 Menschen aus dem Gebiet der Fürstpropstei Ellwangen zum Tode verurteilt. AK

Markus Krämer (rechts) von der "action Spurensuche" führte die Teilnehmer des spirituellen Stadtspaziergangs am Galgenberg hinauf zum Hexenmahnmal und blickte zurück auf die schrecklichen Ereignisse der damaligen Zeit.

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Mehr zum Thema

Kommentare