Sport und Kultur sind besonders hart getroffen

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Roland Hasenmüller.
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TSV-Volleyballer sagen Heimspiel ab, Kunstverein verlängert laufende Ausstellung.

Ellwangen. Die neuen Coronaverordnungen treffen neben der Gastronomie auch den Sport und Kulturveranstaltungen. Jonas Lingel, Vorsitzender der TSV-Volleyballabteilung, teilt mit, dass das Heimspiel der Regionalligamannschaft am Samstag abgesagt ist. Das erste Heimspiel der laufenden Saison konnten die TSV-Volleyballer noch mit 150 Personen und Hygienekonzept in der Rundsporthalle bestreiten. Auch für diesen Samstag gab es viele Anmeldungen, es war sogar ein Live-Streaming geplant, um das Interesse der Fans und die Wünsche der Sponsoren aufzufangen.

"Solche Ideen entwickeln wir weiter", sagt Lingel, auch wenn im Moment nicht absehbar ist, was wann wie und wo weitergeht. "Das ist sehr schade mit der Regionalliga. Ich bin mir nicht sicher, ob es gelingt, diese Runde fertig zu spielen. Schon vor einer Woche waren einzelne Spiele abgesagt. Wann soll man die alle nachholen?"

Klar ist, die Volleyballer werden sich fit halten mit individuellem Training. Denn Mannschaftstraining ist nicht erlaubt, obwohl während des Wettkampfs eigentlich das Mannschaftsspiel Trainingsmittelpunkt ist. "Die Umstände sind schwierig, aber das trifft unsere Gegner ja genauso", sagt Lingel.

Die Volleyballabteilung hat drei Herren-, zwei Damen- und zehn Jugendteams in Wettbewerben. Wenn nun der Mannschaftssport unmöglich wird, könnte das vor allem bei der Jugend zu einem Aderlass führen. Lingel: "Die Erwachsenen haben ihren Sport gefunden, die bleiben dabei. Aber Kinder und Jugendliche, die erst angefangen haben, suchen vielleicht nach einer anderen Sportart, die coronabedingt nicht eingeschränkt ist." Der Abteilungsleiter, der auch trainiert, verschickt deshalb individuelle Trainingspläne und Videos mit Ballübungen, um die Jugendlichen beim Volleyball zu halten.

Hart getroffen ist auch die Kultur: Museen müssen schließen. Das ist sehr ärgerlich für den Kunstverein, der erst am 11. Oktober die Schau "Durch das Getümmel" der Künstlergruppe "Moondogs II" eröffnete. Die Arbeiten sollten bis 6. Dezember ausgestellt bleiben, am 8. November war ein Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstlern geplant. Mittlerweile sind die Pläne geändert, wie Roland Hasenmüller, Vorsitzender des Kunstverein Ellwangen, mitteilt. "Wir verlängern die jetzige Ausstellung und möchten, wenn irgendwie möglich, das Künstlergespräch samt Führung nachholen. Unsere Frühjahrsplanung pausiert erst mal, bevor wir wieder Künstler einladen und doch nichts gehen kann. Für Sommer 2021 steht die Bildhauer-Ausstellung nach wie vor."

Das Kulturamt hat Sonntag eröffnete Ausstellung mit Emma Schlette und Schülern schon einmal verschoben. "Der Aufwand, um die Arbeiten von verschiedenen Leihgebern zusammenzubekommen, war groß", sagt Kulturreferent Dr. Anselm Grupp. Jetzt muss das Palais schon wieder schließen, weil öffentlichen Veranstaltungen nicht erlaubt sind. "Wir werden versuchen auf Anfrage Privatpersonen einzulassen, wenn das mit den Verordnungen vereinbar ist. Also Personen, die maximal zwei Haushalten angehören", sagt Grupp. Ansonsten bleibt nichts, als diese Ausstellung zu verlängern und zu hoffen, dass ab Dezember wieder Kultur erlaubt ist.

Ulrich Brauchle darf sich mit seiner Straßengalerie in der Spitalstraße bestätigt fühlen. Im ehemaligen K&L hat er große Formate in die Schaufenster gestellt. Dort kann jeder trotz Lockdown Malerei genießen.

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